London - Der marktführende Provider von e-finance-Software in Österreich, die Firma Ex-it, plant mit Ende des Jahres den Gang an die Börse. Christian Imo, Chef des Unternehmens und ehemaliger Vorstand der Wiener Börse, denkt an eine Wachstumsbörse als idealen Marktplatz. Der Neue Markt in Frankfurt scheint am nahe liegendsten, was Imo allerdings nicht bestätigen wollte. Derzeit ist er damit beschäftigt, seinen Börsengang zur Erfolgsstory zu machen. Anlässlich der Eröffnung eines Büros in London präsentierte Imo gleich eine Voraussetzung für eine schmackhafte Investmentstory: Ex-it hat zwei neue Kooperationspartner, beide sind in ihrem Bereich unter den Weltmarktführern. "Die Unterschrift bedeutet einen Meilenstein in der Geschichte unserer Firma", sagte Imo. Wachstumsmarkt Die i-flex solutions aus Bombay bietet eine hochwertige Universalbanklösung. Sie ist die Nummer zwei im Bereich International Banking System. Der zweite Partner Imos ist das britische Unternehmen Logiscope, mit dem sich Ex-it "die ganze Welt der professionellen Marktdatenabieter" erschließen will. Bis zum Börsegang will Imo wachsen und dafür gleich zwei Firmen kaufen. Mit einer seien die Gespräche fortgeschritten. Vor zwei Jahren hat der ehemalige Ötob-Chef mit einem Startkapital von einer Million Euro (13,76 Mio. S) losgelegt; jetzt liegt das Kapital bei fünf Mio. Euro. Die Firma gehört der Familie Imo, das Management ist mit Stock Options beteiligt. Ex-it bietet Internetlösungen für Banken und Finanzdienstleister an. In Österreich gehören Bank Austria, Erste Bank, Bawag und die Meinl Bank zu Imos Kunden, aber auch die Mobilkom: "Da zeigt sich, dass künftig nicht nur Banken Finanzdienstleistungen anbieten werden." Der Markt wachse rasant: Eine Studie der Investmentbank J.P.-Morgan bescheinigt dem Onlinefinanzgeschäft eine rosige Zukunft: Allein bis 2003 sollen 440 Mrd. Euro im Netz gehandelt werden. Das entspreche 15 Prozent der Finanzmarktprodukte. Gleichzeitig leide die gesamte Branche darunter, dass IT-Fachkräfte Mangelware sind, beklagt Imo. Bis 2003 werden in Europa rund vier Millionen Stellen fehlen. Deshalb lässt Ex-it im Osten produzieren. Es sei unverständlich, warum die österreichische Regierung keine IT-Kräfte ins Land lasse. (Esther Mitterstieler, DER STANDARD, Printausgabe 24.2.2001)