Stockholm - Die Europäische Union hat das Vorgehen der chinesischen Regierung gegen die Meditationsbewegung Falun Gong scharf kritisiert. Die Verfolgung und Misshandlung der Falun Gong-Anhänger seien ein "inakzeptabler" Verstoß gegen die Menschenrechte, sagte der Leiter einer EU-Delegation nach Gesprächen mit chinesischen Regierungsvertretern am Freitag in Stockholm. Neben den Massenverhaftungen seien auch Berichte angesprochen worden, wonach zahlreiche Menschen infolge von Misshandlungen gestorben seien, sagte der schwedische Diplomat Thomas Hammarberg. Beide Seiten hätten sich jedoch weder über "Fakten noch Prinzipien" einigen können. Im Rahmen des chinesisch-europäischen Dialogs über Menschenrechte werden alle sechs Monate Konsultationen abgehalten. Als gegenwärtiger Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft hatte Schweden auch bei den zweitägigen Gesprächen den Vorsitz. Nach eigenen Angaben hat Falun Gong 70 Millionen Mitglieder in China und verfolgt keine politischen Ziele. Die Bewegung war drei Monate nach einer Massendemonstration verboten worden, die 1999 rund 10.000 Menschen auf dem Platz des Himmlischen Friedens versammelt hatte. Der Anführer von Falun Gong, Li Hongzhi, lebt in New York im Exil. Die Lehre seiner Bewegung besteht aus einer Verbindung aus traditioneller chinesischer Heilkunst mit Ritualen aus dem Buddhismus und anderen Religionen. (APA/AFP)