Wien - Eines will Fritz Svihalek klarstellen: Die Prioritäten. Schließlich, erklärte der Umweltstadtrat am Freitag, reiche ein Wasserbauwerk mit vergessenem Zweck vollauf: "Die Donauinsel dient dem Hochwasserschutz - aber wenn wir deswegen das Baden untersagen, hagelt es Beschwerden." Dennoch, sagt der Umweltstadtrat, habe die Stadt vor, ein weiteres - ähnlich misszuverstehendes - Bauwerk zu errichten: Die historische, heutigen (Abwasser-)bedingungen nicht mehr gewachsene und obendrein baufällige Wienflussregulierung soll ab Sommer neu gestaltet werden. Svihalek: "Und oberste Priorität hat da der Hochwasserschutz." Was nicht heiße, dass das Bachbett kein Erholungsraum sein solle. Freilich: Aus seiner "Künetten" wird das Bächlein, das bei Hochwasser binnen kurzer Zeit auf sein 2000-faches Normalvolumen anschwellen kann, nicht befreit werden. Aber eben "naturgerechter, dass es überall Leben gibt" (Wasserbauchef Siegfried Bauer) soll das Flussbett gestaltet werden: Mäander und Flusssteine für das Wasser, Rad- und Spazierwege für die Menschen. Schließlich, sagt Svihalek, "verbindet der Fluss - kreuzungsfrei - viele Erholungsgebiete. Vom Stadtpark bis zum Lainzer Tiergarten." Bis dorthin wird es aber dauern: Bis 2002 soll der Urania-Bereich saniert werden, bis 2005 die Zone bis zur Pilgrambrücke. Die Kosten: rund sechs Milliarden Schilling (436 Millionen Euro). Unverbaut bleibt der überdachte Bereich. Bauer: "Wenn sich ein Investor findet, ist das weiter möglich." (rott)