GOLD: Johann Mühlegg (ESP) SILBER: Rene Sommerfeldt (GER) BRONZE: Sergej Krianin (RUS) Spanien hat seit Sonntag die erste Goldmedaille bei nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Der Deutsch-Spanier Johann Mühlegg entschied in Lahti den "Königsbewerb" der Langläufer, die 50 km Langlauf, für sich. In 2:05:27,2 Stunden verwies er den überraschend starken Deutschen Rene Sommerfeldt um 1:56,2 Minuten auf Platz zwei, Bronze ging an den Russen Sergej Krianin. Bester Österreicher war Christian Hoffmann verpasste Edelmetall um 1:21 Minuten und belegte Rang fünf. Damit gingen Österreichs Langläufer zwei Jahre nach den vier Medaillen von Ramsau leer aus. Überschattet wurde das Geschehen auf der Loipe durch den zweiten Dopingfall im finnischen Team Die Szenerie nach Ende des Rennens war bezeichnend: Zuerst musste sich der finnische Cheftrainer Kari-Pekka Kyrö vor der Presse rechtfertigen, unmittelbar darauf folgte das Siegerinterview mit Mühlegg. Mehr ging nicht Der Oberösterreicher Hoffmann erreichte sein Ziel, einen Rang unter den ersten Sechs, und gab sich nach außen hin zufrieden. "Ich habe mich mit Mühe und Not gerade noch ins Ziel gerettet", sagte der Olympia-Dritte von 1998, "da war nicht mehr drinnen." Hoffmanns größter Gegner war nicht die Kälte, die eine einstündige Verschiebung erzwang (Start bei minus 16 Grad Celsius, sondern die Einsamkeit auf der Strecke und wohl auch der Substanzverlust durch eine Erkältung in der Vorwoche. "Ich musste das ganze Rennen praktisch alleine laufen", sagte Hoffmann, dem der geplante "Motor" abhanden gekommen war. Titelverteidiger Mika Myllylä, der eine halbe Minute hinter ihm hätte starten sollen, verzichtete auf ein Antreten. So kämpfte der Ex-Staffel-Weltmeister solo um die Medaille. Nach 31 Kilometern war er Dritter, doch dann kam der Einbruch und bei Kilometer 36 lag Hoffmann schon 14 Sekunden hinter Bronze. Nach 2:08:50 Stunden hing Hoffmann im Ziel erschöpft in seinen Stöcken. Er hatte mit 3:23,3 Minuten Rückstand auf den ersten spanischen Weltmeister Edelmetall doch deutlich verpasst. Der Deutsche Rene Sommerfeldt sicherte sich im Sog von Mühlegg, der ihn etwa bei Halbdistanz zum Mitlaufen eingeladen hatte Silber (1:56,2 zurück), der Russe Sergej Krijanin (+2:01,2) eroberte Bronze. Blassnig beherzt, Botwinow gab auf Alois Blassnig, Volkslauf-Spezialist aus Ostttirol und heuer schon im Dolomitenlauf Gegner von Mühlegg, ließ als 13. (+5:52,0) immerhin einige bekannte Läufer hinter sich. Er habe sich hinter einem Japaner eingereiht und zu spät attackiert, ärgerte sich Blassnig. "Das ist Volksläufermentalität, es wäre mehr möglich gewesen." Diese Maßnahmen halfen bei Michail Botwinow nichts. Der WM-Dritte von Ramsau begann gut, lag bei Halbdistanz auf Rang sieben, nur 33 Sekunden hinter Bronze, musste jedoch wenig spähter aufgeben: der Ex-Staffel-Weltmeister hatte kein Gefühl mehr in den Füßen, es bestand die Gefahr von Erfrierungen. Mühlegg marschierte Mühlegg trotzte allem Unbill und lief mit einer beständigen Leistung zu seiner zweiten Medaille nach Silber im Jagdrennen. "Ein großer Traum ist wahr geworden, es war ein großartiges Rennen", sagte der 30-Jährige, der vor Freude aus dem Häuschen war. Dem 1995 aus dem deutschen Team geworfenen Athleten gratulierten auch die deutschen Betreuer überschwänglich, weil er Sommerfeldt auf dem Weg zu Silber geholfen hatte. (APA)