Wien - In den letzten Wochen hat die ÖVP bundesweit aufgeholt und liegt seit zwei Wochen mit der SPÖ gleichauf bei 32 Prozent. Für die ÖVP wären das fünf Prozentpunkte mehr als bei der Nationalratswahl von 1999, für die SPÖ im Vergleich zu 33,2 nur unwesentlich weniger. Relativ deutliche Verluste gäbe es für die FPÖ, sie würde von 26,9 auf etwa 23 Prozent abrutschen - damit liegen die Freiheitlichen aber immer noch besser als in einigen Umfragewellen im Vorjahr. Ebenfalls auf der Verliererseite: Das Liberale Forum, das es bundesweit nur mehr auf rund ein Prozent bringt - dagegen sind die Grünen mit elf Prozent klar über den 7,4 Prozent von 1999. Das geht aus der jüngsten market-Umfrage für den STANDARD hervor. Die langsame Erholung der Kanzlerpartei - die seit der Burgenland-Wahl hinter der SPÖ gelegen war - geht Hand in Hand mit einer steigenden Zustimmung zu Wolfgang Schüssel. In der (theoretischen) Direktwahl-Frage "Welche dieser Personen würden Sie persönlich zum Bundeskanzler wählen?" kommt Schüssel in der 8. Kalenderwoche auf 33 Prozent. Anfang Jänner waren es 31, Ende Jänner 32 Prozent. Schüssel hat seine eigenen Parteigänger zu drei Vierteln hinter sich. Das ist ein markanter Unterschied zu den politischen Mitbewerbern: Alfred Gusenbauer (den neun Prozent der Österreicher gerne als Kanzler hätten) und Susanne Riess-Passer (sieben Prozent) werden jeweils nur von einem Drittel der jeweiligen Parteianhänger auch als Kanzler vorgeschlagen. Den zweiten Platz in der Kanzlerpräferenz-Liste hat denn auch Alexander Van der Bellen, den 19 Prozent der Österreicher gerne im Kanzleramt sehen würden. Der Standard ließ auch erheben, wie die Österreicher zu verschiedenen Koalitionsformen stehen: ÖVP-FPÖ: Für die derzeitige Koalition findet sich eine relative Mehrheit von 31 Prozent. Besonders stark dahinter: FPÖ-Anhänger (zu etwa drei Viertel) und ÖVP-Anhänger (etwa zur Hälfte). SPÖ-Grüne: Diese auf Bundesebene derzeit nicht realistische Variante (die SPÖ hat hochgerechnet 32, die Grünen haben elf Prozent) würde 19 Prozent der Befragten gefallen. Unter den SPÖ-Anhängern ist das die bevorzugte Koalitionspaarung. SPÖ-ÖVP: Die "große" Koalition wird noch von 18 Prozent hochgehalten - von mehr als jedem vierten SPÖ-Wähler und gut jedem fünften ÖVP- Wähler. Konzentrationsregierung: Die in den siebziger Jahren viel diskutierte Regierung aller Parteien zusammen wünschen sich sieben Prozent. SPÖ-FPÖ: Die rot-blaue Variante (die es von 1983 bis 1987 gab) erscheint nur zwei Prozent wünschenswert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2001/red)