San Francisco/Hamburg - Die Auseinandersetzung zwischen Napster und der Musikindustrie geht am 2. März vor Gericht weiter. Nach dem abgelehnten milliardenschweren Friedensangebot der Internet-Tauschbörse wollen beide Seiten erneut über die einstweilige Verfügung verhandeln, wie ein Gericht in San Francisco am Freitag (Ortszeit) bestätigte. Napster hatte der Plattenindustrie ein Angebot in Höhe von einer Milliarde Dollar für den Fall einer Zusammenarbeit und der Beilegung der Rechtsstreitigkeiten unterbreitet.Sinkende Verkaufszahlen Sinkende Verkaufszahlen bei CD-Singles belegen nach Angaben der Musikindustrie den stark bremsenden Einfluss der Internet-Musikbörse Napster auf ihr Geschäft. Der Versand der Singles sei im vergangenen Jahr um 39 Prozent zurückgegangen, teilte der amerikanische Verband der Schallplattenbranche (RIAA) mit. "Napster reißt Wunden in unseren Verkauf", erklärte die Verbandsvorsitzende Hilary Rosen. Napster-Chef Hank Barry sprach von einer Verdrehung der Fakten, um die Anschuldigungen der Plattenindustrie zu stützen. Sein Unternehmen habe bisher keine Erhebung zu Gesicht bekommen, die eine nicht wieder gut zu machende Schädigung unterlege, erklärte er. Einige Experten machen die Musikindustrie selbst für den Rückgang der Absatzzahlen verantwortlich. Außerdem betonen sie den Einfluss der Wirtschaftslage und den der Entwicklung der Plattenindustrie insgesamt. Vor rund zwei Wochen hatte ein Berufungsgericht in San Francisco entschieden, Napster müsse den unbeschränkten Tausch von urheberrechtlich geschütztem Material unterbinden. Damit bestätigten die Richter im Wesentlichen ein Urteil vom vergangenen Juli, das auf Antrag der Musikindustrie erging, später auf Antrag von Napster aber wieder aufgehoben wurde. (APA/AP)