Brüssel - Die Landwirtschaftsminister der EU suchen am Nachmittag in Brüssel Mittel, um die Situation am Rindfleischmarkt zu entspannen. Außerdem dürfte die in Großbritannien ausgebrochene Maul- und Klauenseuche zur Sprache kommen. Österreich ist bei dem Treffen durch Agrarminister Wilhelm Molterer vertreten. Agrarkommissar Franz Fischler hat einen sieben Punkte umfassenden Plan zur Bekämpfung der BSE-Krise vorgelegt. Dazu gehört das Aufkaufen von 300.000 t Rindfleisch, das entspricht etwa 1,2 Mill. Rindern, wobei es den Mitgliedsländern frei gestellt werden soll, ob sie das Fleisch einlagern oder vernichten wollen. Deutschland ist gegen das Programm, da das Vernichten ethisch nicht vertretbar sei, das Einlagern hingegen das Problem nur verschieben würde. Fischler will außerdem Förderungen bis maximal 90 Tieren pro Betrieb vergeben. Auch dagegen ist Deutschlands Agrarministerin Renate Künast. Bauern in Ostdeutschland, wo es sehr große Betriebe gibt, könnte dadurch 25 Mill. Euro (344 Mill. S) an Prämien verlieren. Österreich ist mit den Vorschlägen im wesentlichen einverstanden, will aber zusätzlich eine Prämie für das frühere Schlachten von Kälbern einführen. Außerdem solle die EU das Aufkaufprogramm zur Gänze finanzieren, statt nur zu 70 Prozent, wünscht sich Österreich. Die Haltung der Mitgliedsländer ist sehr unterschiedlich, sodass die Beratungen der Agrarminister schwierig werden dürften, hieß es im Vorfeld in Brüssel in Diplomatenkreisen. Das Treffen soll bis Dienstag dauern, endgültige Entscheidungen sind aber nicht zu erwarten. Die Agrarminister haben bis zum Sommer Zeit, das Prämiensystem umzugestalten, da die Veränderungen ohnehin erst für das nächste Agrarjahr in Kraft treten können. Das neuerliche Programm zum Ankauf von Rindfleisch könnte hingegen schon Ende dieser Woche von der EU-Kommission umgesetzt werden. (APA)