Wien - Unterschiedliche Einschätzungen zur Situation in der Türkei gibt es derzeit in heimischen Großbanken: Für die Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB) ist eine baldige Beilegung der Krise in weitere Ferne gerückt, das Institut hat die Empfehlung für Anleger am Eurobondmarkt daher von "neutral" auf "verkaufen" zurückgenommen. Optimistischer die Einschätzung der zur Bank Austria-Gruppe gehörenden CA IB, die eine Repräsentanz in Istanbul unterhält: "Die politische Krise scheint vorbei, bis Mitte März sollte der Normalzustand mehr oder weniger wieder hergestellt sein", hieß es aus der CA IB. Der Markt verliere zunehmend das Vertrauen, auch am Eurobondmarkt scheine keine nachhaltige Erholung einzutreten, meinen dagegen die Experten der RZB. Risikofreudigen Investoren rät das Institut, vorübergehend auf russische Eurobonds umzusteigen, die derzeit ähnliche Spreads aufweisen wie türkische Papiere. Die Situation in Russland sei derzeit aber deutlich stabiler, das Risikopotenzial nach unten begrenzt. Erst wenn sich die Anleihenkurse in der Türkei wieder stabilisieren oder zu erholen beginnen, sollten Investoren über einen Wiedereinstieg nachdenken. (APA)