Wien - Die volle Abgeltung der Mehrwertsteuer auf Medikamente zur Sanierung der Krankenkassen wird zumindest noch einige Zeit auf sich warten lassen. Sozialminister Herbert Haupt erklärte am Montag nach dem Ministerrat, dass die bisherige Vereinbarung zwischen Hauptverband der Sozialversicherungsträger und Finanzministerium mit einer pauschalierten Abgeltung erst Ende 2002 auslaufe. Bis dahin gebe es keine Möglichkeit, eine Änderung vorzunehmen: "Unter diesem Titel gibt es kein schnelles Geld". Verhandlungen zu dem Thema könnten erst im kommenden Jahr aufgenommen werden. Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) hatte die volle Mehrwertsteuerabgeltung zuletzt abgelehnt. Er sehe sich als "Anwalt der Steuerzahler". Am Montag hielt sich der Minister zum Thema Kassensanierung bedeckt. Er sei sicher, dass Haupt mit den Sozialpartnern eine konstruktive Lösung finden werde. Die volle Abgeltung der Mehrwertsteuer auf Medikamente sollte rund 1,1 Mrd. S zur Sanierung der Krankenkassen einbringen. Sie ist Teil des Reformpakets der Sozialpartner, das vom Sozialministerium im wesentlichen angenommen wurde. Das Einsparungsvolumen wird in dem Papier mit sieben Mrd. beziffert. Diese Summe ist nach Ansicht Haupts auch ohne die Mehrwertsteuerabgeltung durch verstärkte Maßnahmen, etwa im Verwaltungsbereich, erreichbar. Für diesen Posten waren im Sozialpartnerpapier lediglich 400 Mill. S vorgesehen. (APA)