Hamburg - Das Opfer der Geiselnahme in Hamburg schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Der 34 Jahre alte Handwerker aus Niedersachsen habe keine Schussverletzung am Kopf, berichtete die Polizei in der Nacht zum Dienstag. Stattdessen sei er am Oberkörper und im Gesicht schwer verletzt worden, als die vom Geiselnehmer gezündete Granate explodierte. Zuvor hatte die Polizei berichtet, dass der Geiselnehmer seinem Opfer in die rechte Schläfe geschossen hat. Die Identität des Täters, der noch in Lebensgefahr schwebte, stand noch nicht fest. Auch die Hintergründe zu der Bluttat waren noch unklar. Der Mann war am Montag von Zeugen in einem Fitness-Center im Stadtteil Eimsbüttel als derjenige erkannt worden, der vor wenigen Tagen einen anderen Mann angegriffen haben soll. Als ihn Polizisten überprüfen wollten, zog er plötzlich eine Schusswaffe. Dann stürzte sich der Bewaffnete auf einen Klempner, der mit seinem Wagen zufällig vor einer roten Ampel hielt, und nahm ihn als Geisel. Im Kleintransporter des Handwerkers rasten die beiden Männer davon. Bei der Flucht wurde das Auto von mehreren Polizeiwagen und einem Hubschrauber verfolgt. Unterwegs feuerte der Geiselnehmer mehrfach auf seine Verfolger. Als das Auto später in Hamburg-Rotherbaum gestoppt wurde, zündete der Mann eine Handgranate. Dabei wurde ihm eine Hand abgerissen. Die andere müsse möglicherweise amputiert werden, hieß es im Polizeibericht. Der Geiselnehmer, sein Opfer und zwei Polizisten wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Täter schwebe weiterhin in Lebensgefahr. Einer der Beamten erlitt ein Knalltrauma, ein anderer wurde durch Splitter verletzt. Zwei weitere Polizisten standen nach der Verfolgungsjagd unter Schock. An der Kreuzung, an der der Kleintransporter gehalten hatte, wurde eine scharfe Pistole gefunden. Sie gehört höchstwahrscheinlich dem Geiselnehmer. (APA/dpa)