Wien - Es müssen Nerven zerfetzende Matches gewesen sein, die im August 2000 in Lassee, Neusiedl am See und am OMV-Sportplatz in Stadlau ausgetragen wurden: Wenn "Korea 2002" gegen "Pfirsichspritzer" und "Gladiator" gegen "Irak" antritt oder gar "Black Lady" gegen "Rettet das Kind" ein Kickerl liefert, kann die Stadt Wien für diesen "Nationalparkcup" schon 1,1 Mille locker machen. Und für heuer gleich noch mal 800.000 Schilling.

Und zwar über das Umweltressort. Schließlich dient es doch dem Naturschutzgedanken, wenn der "FC Mücke" gegen die "Wombat-Warriors" ballestert. Das Problem dabei ist nur, dass Umweltstadtrat Fritz Svihalek zwar die Siegerehrung vorgenommen - und dabei "drei handgeschnitzte Biber" im Wert von 70.000 Schilling überreicht hatte - die offenbar zugesicherte Subvention aber nun per "Überschreitungsantrag" beschlossen werden muss. Da das Subventionsansuchen der MA 22 (Umweltschutz) "zur Zeit der Voranschlagstellung noch nicht bekannt" war.

"Ein unglaubliches Beispiel, mit welcher Ernsthaftigkeit in Wien Naturschutzpolitik betrieben wird", empört sich die Grüne Umweltsprecherin Eva Glawischnig. Die Grünpolitikerin ist "fassungslos" - und dass beim "Nationalparkcup" auch die "Grün/Weiße Bieroase" gegen "Narrenkast'l" angetreten ist, kann dies nicht mindern: "Wenn man diese Subvention in Relation zum Wiener Naturschutzbudget sieht, das pro Jahr vier Millionen Schilling ausweist, ist das wohl ein schlechter Faschingsscherz."(DER STANDARD, Print- Ausgabe, 27.2.2001)