Am 6. März wird das deutsche Fernsehen um eine Traditionssendung ärmer. Um 21.00 Uhr läuft im ZDF nach 37 Jahren die 181. und letzte Folge des TV-Klassikers "Vorsicht Falle". 34 Jahre lang informierte Eduard Zimmermann über die Gefahren, die von "Nepper, Schleppern, Bauerfängern" ausgehen. Die vergangenen drei Jahre übernahm Sabine Zimmermann auf dem Bildschirm die Rolle ihres Vaters. Doch dem ZDF reichten die Einschaltquoten nicht. Im September 2000 beschloss der ZDF-Fernsehrat das Aus für "Vorsicht Falle". "Niemand kann von mir erwarten, dass ich diese Entscheidung toll finde", sagt der 72-jährige Zimmermann, dessen in München ansässige Produktionsfirma Securitel für die Sendung verantwortlich zeichnet. "Die Verantwortung trägt der Sender." Zimmermann hat vor allem mit dem Fahndungsmagazin "Aktenzeichen XY... ungelöst" als "Ganoven-Ede" deutsche Fernsehgeschichte geschrieben. Er sagt, dass "Vorsicht Falle", das im Durchschnitt zehn bis zwölf Prozent Marktanteil erreichte, auch viele junge Zuschauer interessiert habe. Das Schicksal der Sendung sei letztlich auch auf einen "hausinternen Wettbewerb beim ZDF" zurückzuführen, "der mir unverständlich und schädlich erscheint." Auch die Redaktion habe sich durch die Entscheidung "sehr überrascht" gezeigt, sagt der zuständige Redakteur Claus Legal. "Und wir wurden im November 2000 vor vollendete Tatsachen gestellt", ergänzt Zimmermanns leitende Redakteurin bei Securitel, Ina-Maria Reize. Ein ZDF-Sprecher begründet den Beschluss des Senders damit, "dass die Sendung in ihrem Marktsegment nicht sehr erfolgreich ist und die Frequenz von sechs Ausstrahlungen pro Jahr auch nicht hätte erhöht werden können, um die notwendige Aufmerksamkeit der Zuschauer zu steigern." Eine Rückkehr von "Vorsicht Falle" schließt das ZDF - auch in veränderter Form - aus. "TV-Dino" Nicht so Eduard Zimmermann. Der "TV-Dino" überlegt derzeit, ob das wichtige Thema Verbrechensvorbeugung nicht bei einem anderen Sender platziert werden könnte. Die Rechte am bekannten Titel "Vorsicht Falle", so Zimmermann, lägen bei ihm. Eine große Pause dürfe nun aber nicht entstehen, denn nur so lange der Titel noch in Erinnerung ist, lasse sich mit einem Neustart auch Erfolg erzielen. Redaktionsleiterin Reize fügt hinzu, dass das Interesse der Zuschauer am Thema nach wie vor hoch sei. Die Zuschriften und Nachfragen über die Zukunft des Magazins seien ein Beleg dafür. Seine Tochter Sabine leide auf jeden Fall unter dem Verlust von "Vorsicht Falle", sagt Zimmermann. Gedanken macht sich der Chefermittler des deutschen Fernsehens auch wegen seines Aushängeschildes "Aktenzeichen XY...", das er 1997 an Moderator Butz Peters weitergab. "Die Quotensituation macht uns Sorgen", sagt er. "Aber wir haben beim Neuaufbau der Sendung eine gute Form gefunden." Dennoch schalten bei "Aktenzeichen" gegenwärtig kaum mehr als vier Millionen Zuschauer ein. Ob das ZDF hier auch eines Tages die Notbremse zieht, wie bei "Vorsicht Falle" oder anderen Klassikern wie der "Hitparade"? "Ausschließen darf man nichts", sagt Zimmermann. "Wenn das Haus in Not ist, könnte die Devise gelten: Rette sich, wer kann." (APA)