Berlin - Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft fordert von ihren bisherigen Mitgliedern mehr Geld, um ihren Milliarden-Beitrag für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter doch noch zusammen zu bekommen. Der Sprecher der Initiative, Wolfgang Gibowski, bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Rundschau". Trotz massiver Bemühungen, mittelständische Firmen zur Beteiligung an dem Entschädigungsfonds zu bewegen, fehlen der Initiative laut Gibowski noch knapp 1,4 Milliarden (716 Mill. Euro/9,85 Mrd. S)der zugesagten fünf Milliarden Mark. Deshalb wurden die schon beteiligten 5.900 Firmen gebeten, einen größeren Beitrag zu leisten, wie der Sprecher bestätigte. Statt eines Promilles ihres Umsatzes, sollen Industrieunternehmen nun 1,5 Promille einzahlen. Gleichzeitig gehe die Werbung neuer Mitglieder weiter. Melitta will nicht aufstocken "Das ganze funktioniert nur, wenn weitere Firmen beitreten und die anderen etwas mehr zahlen", sagte Gibowski. Eine Rückmeldung der Mitglieder gebe es noch nicht. Die Höhe ihrer Beiträge bestimmten diese selbst, die Aufforderung der Stiftungsinitiative sei nur eine Bitte. Gibowski sagte, der Aufruf stehe nicht im Zusammenhang mit dem für den (morgigen) Mittwoch angesetzten Gerichtstermin in New York im Zusammenhang mit einer noch anhängigen Sammelklage. Richterin Shirley Kram hatte eine Frist bis zum 28. Februar für weitere Stellungnahmen der Beteiligten gesetzt. Kram hatte Zweifel daran geäußert, ob die deutsche Industrie die fünf Milliarden Mark zusammen bekommt. Gibowski sagte, er erwarte für Mittwoch keine Entscheidung. Es handle sich um einen "Schriftsatztermin". Kram stehe es frei, wann sie einen Beschluss fasse. Dabei geht es um die Abweisung der Sammelklage. Dies gilt als eine Voraussetzung für einen Beschluss des Bundestags, dass für die deutsche Wirtschaft "Rechtssicherheit" besteht. Danach wird der Beitrag der Stiftungsinitiative fällig. Unterdessen hat in einer ersten Reaktion die Unternehmensgruppe Melitta (Minden) erklärt, bei der Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter ihre bereits geleistete freiwillige Zahlung nicht aufstocken zu wollen. (APA/AP/dpa)