Wien - Die Reformstaaten in Mittel- und Osteuropa (MOEL) inklusive der GUS sind mittlerweile nach der EU der wichtigste Markt für österreichische Produkte geworden, deutlich vor Asien und Nordamerika, zieht der stellvertretende Generalsekretär und Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO), Egon Winkler, gemeinsam mit den österreichischen Handelsdelegierten für diese Länder, am Dienstag eine positive Bilanz der heimischen Außenhandelsentwicklung mit den MOEL. Österreichs Exporte nach Mittel- und Osteuropa inklusive GUS erreichten im Jahr 2000 erstmals einen Anteil von fast 17 Prozent an den österreichischen Gesamtexporten. Nach der Wende in den Jahren 1989/99 lag dieser Anteil noch bei 8 Prozent. "Die Ausfuhren in die MOEL stiegen im Vorjahr um 18 Prozent auf 145,4 Mrd. S (10,57 Mrd. Euro) , in die europäischen GUS sogar um 44 Prozent auf 12,6 Mrd. S", berichtete Winkler. Importe durchbrachen 100 Mrd. S.-Marke Noch stärker haben sich die Importe entwickelt: Den Zahlen zufolge nahmen diese aus den MOEL um 23 Prozent zu und durchbrachen erstmals die Marke von 100 Mrd. S. Aus den europäischen GUS (Russland, Ukraine, Moldawien und Belarus) wurden vor allem Energie und Rohstoffe - mit steigender Tendenz allerdings auch Maschinen, Konsumgüter, Fertigwaren und Chemikalien - im Gesamtwert von 20,4 Mrd. S - importiert, was einem Anstieg von über 60 Prozent entspricht. "Diese außergewöhnlich hohen Steigerungsraten wurden natürlich zu einem nicht unwesentlichen Teil vom hohen Öl- und Gaspreis mitbestimmt", erklärte Winkler . "Positive Signale sind aber auch aus den acht asiatischen GUS-Staaten (Usbekistan, Kasachstan, Turkmenien, etc.) zu bemerken", betonte Winkler. Wenngleich noch ein relativ geringes Volumen im Außenhandel mit Österreich umgesetzt werde, so stiegen die österreichischen Exporte 2000 dennoch um 90 Prozent auf 1,3 Mrd. S, die Importe um 120 Prozent auf 6,3 Mrd. S. Konkrete Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Firmen ergeben sich laut Winkler in erster Linie in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Infrastruktur- und Umweltbereich, in der Modernisierung bestehender Industriebetriebe und für Zulieferfirmen der Produktionsniederlassungen multinationaler Unternehmen, die ihre Ostaktivitäten verstärken wollen. (APA)