Mailand/Genua - Heftige Schneefälle haben Südfrankreich und Norditalien am Mittwoch in ein Verkehrschaos gestürzt. Autobahnen und Landstraßen waren blockiert, teilweise brach die Stromversorgung zusammen und fiel der Schulunterricht aus. Der Betrieb auf dem internationalen Flughafen von Mailand wurde eingestellt und selbst der Markusplatz in Venedig zeigte sich weiß verhüllt. Im südöstlichen Frankreich waren mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom. Angestellte des Stromkonzerns EdF flogen mit Hubschraubern zu den Reparaturarbeiten in die Einsatzorte. Auf Autobahnen und Landstraßen im Departement Var blieben nach Behördenangaben mehrere tausend Fahrzeuge stecken. In der Region Rhone-Alpes wurden Krisenstäbe gebildet und Notzentren eingerichtet. Mehrere Nationalstraßen und eine Autobahn in Richtung Aix-en-Provence mussten gesperrt werden. Auch der Schulbusverkehr wurde eingestellt, wodurch für mehr als 10.000 Schüler der Unterricht ausfiel. Nach Angaben des französischen Wetterdienstes sind derartige Schneefälle "selten, aber nicht außergewöhnlich schwer". Auf dem Mailänder Flughafen Malpensa musste der Betrieb am Vormittag erstmals vollständig eingestellt werden, berichtete das italienische Fernsehen. Flugzeuge wurden umgeleitet. Die Räumtrupps auf den Rollbahnen kamen gegen den Schneesturm nicht an, erst am Nachmittag konnte der Betrieb eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Unter den wartenden Passagieren waren den Angaben zufolge auch die Eltern der im September geborenen Achtlinge, von denen vier Babys überlebten. Das Paar wollte seine Kinder erstmals in ihre sizilianische Heimatstadt Erice bringen. Auch im Großraum Genua an der ligurischen Küste herrschte Schneechaos. Die Autobahnen zur Hafenstadt wurden vorübergehend gesperrt. In Venedig kämpften die Behörden nicht nur gegen den Schnee, sondern warnten zugleich vor einem möglichen Hochwasser. (APA/dpa)