Bonn/Hamburg - Wie das Hamburger Magazin "Stern" berichtet, plant der Kirch Konzern den Einstieg bei der Verluste schreibenden Tochter der Deutschen Telekom, T-Online. Die Deutsche Telekom dementierte den Bericht zwar, dass der angschlagene Internet-Dienst einen Partner sucht, gilt indes als offenes Geheimnis. Dazu habe T-Online-Chef Thomas Holtrop bereits eine neue Organisationsstruktur vorgestellt, bei der ein Vorstandsposten für den neuen Teilhaber freigehalten ist, so der "stern". Wunschkandidat von Telekom-Chef Ron Sommer sei der Münchner Medienkonzern Kirch. Als aussichtsreicher Kandidat für den neuen Vorstandsposten gelte der bisherige Kirch-PayTV-Manager Hans Seger. Der neue Vorstand solle für die Inhalte von T-Online verantwortlich sein und dafür sorgen, dass die rund 6,5 Millionen T-Online-Kunden in Deutschland länger auf den Internetseiten des Dienstes verweilen und damit die Einnahmen aus Werbung und E-Commerce steigern, berichtete der "stern". Die Telekom wollte diese Angaben weder bestätigen noch dementieren. Allianz bür "Bezahlfernsehen" Die Telekom und Kirch hatten im Februar vergangenen Jahres bereits eine Allianz für das Bezahlfernsehen geschlossen. Ziel ist es, den für Kirchs PayTV eingesetzten Decoder fit für Multimedia-Anwendungen und das Internet zu machen. Dabei will die Telekom 51 Prozent an der Kirch-Firma Betaresearch übernehmen. Betaresearch hat die so genannte d-box entwickelt, die den Zugang zu Kirchs digitalen Pay-TV-Programm PremiereWorld ermöglicht. T-Online hatte im vergangenen Jahr trotz rasanten Umsatz- und Kundenwachstums tiefrote Zahlen geschrieben. Nach vorläufigen Angaben belief sich der Vorsteuerverlust auf 125 Mill. Euro (1,72 Mrd. S). Dazu dürfte vor allem auch die im dritten Quartal 2000 eingeführte Flatrate für zeitlich unbegrenztes Surfen im Internet beigetragen haben, die von T-Online nun wieder abgeschafft wurde. T-Online-Chef Holtrop hatte das Ruder bei T-Online zum Jahreswechsel übernommen. Er wurde Nachfolger des Ende August überraschend zurückgetretenen Wolfgang Keuntje. Angesichts des Rücktritts von drei weiteren Vorständen hatten Beobachter damals über einen Machtkampf mit der Konzernmutter spekuliert. Die T-Online-Aktie stand bis gegen 14.00 Uhr mit 0,4 Prozent im Minus, nachdem das Papier am Vormittag zeitweise noch über 1,6 Prozent gegenüber dem Vortag gewonnen hatte. Die Aktie der Konzernmutter stand praktisch unverändert bei 26,93 (52,67 Mark). (APA/AFP)