Moskau - Tiger, Schneeleoparden und andere bedrohte Tierarten in Russland sollen nach Vorstellungen von Naturschützern ausgerechnet durch die hohen Auslandsschulden eine Überlebenschance bekommen. Russland solle mit dem Pariser Club der staatlichen Gläubigerländer einen Teilerlass seiner 40,2 Milliarden US-Dollar (43,9 Mrd. Euro/604 Mrd. S) Schulden gegen die Zusicherung größerer Ausgaben für den Naturschutz vereinbaren, schlugen der World Wide Fund for Nature (WWF) und Vertreter der Akademie der Wissenschaften in Moskau vor. "Anders als bei dem Schema "Schulden gegen Aktien", bei dem das Land seine Besitztümer aufgibt, hat unser Plan Vorteile für den Gläubiger wie für den Schuldner", sagte Renat Pereljot von der Wissenschaftsakademie bei der Präsentation des Vorschlags, berichtete die Zeitung "Moscow Times" am Mittwoch. Bisher wird zwischen Russland und dem Hauptgläubiger Deutschland vor allem darüber diskutiert, die Schulden durch Anteile an russischen Firmen oder Steuererleichterungen für deutsche Investitionen abzulösen. Vertreter des WWF verwiesen darauf, dass auch Länder wie Polen, Mexiko oder Ecuador als Gegenleistung für einen Schuldenerlass in eine bessere Umwelt investiert hätten. "Wir reden nicht über einen Löwenanteil (der Schulden)", schränkte Alexei Kokorin von WWF Russland ein. Doch der Vorschlag könne Russland 100 Millionen Dollar für den Tierschutz bringen. (APA/dpa)