Jerusalem - Der israelische Generalstabschef Shaul Mofaz hat die Palästinensische Nationalbehörde (PNA) von Präsident Yasser Arafat als "Terroristeneinheit" bezeichnet. Ranghohe Vertreter der Selbstverwaltungsbehörde seien in Attentate und Anschläge gegen israelische Ziele verwickelt, sagte Mofaz am Mittwoch in Jerusalem. Nicht nur die palästinensische Opposition sei Urheber der "Terrorakte". Unter den Tätern seien auch "ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte", betonte General Mofaz.Die Äußerungen von Generalstabschef Shaul Mofaz über die Palästinensische Nationalbehörde erfolgten, nachdem die palästinensische Führung ihre Bereitschaft signalisiert hatte, in Sicherheitsfragen unter bestimmten Bedingungen wieder mit den israelischen Behörden zusammenzuarbeiten. Geheimdienstchef Amin Hindi sagte am Mittwoch im palästinensischen Rundfunk, Präsident Arafat habe US-Außenminister Colin Powell am vergangenen Sonntag zugesagt, die regelmäßigen Kontakte mit den Israelis wieder aufzunehmen, wenn US-Vermittler dabei als Zeugen anwesend seien. Der palästinensische Sicherheitschef für das Westjordanland, Oberst Jibril Rajoub, hat vorgeschlagen, einen geheimen Kanal zur besseren Kommunikation mit dem neuen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon aufzubauen. Rajoub und sein Kollege Mohammed Dahlan, zu dessen Liquidierung Sharon aufgerufen hatte, sind nach Erkenntnissen des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Beth nicht für Anschläge auf israelische Ziele verantwortlich. Der Chef von Shin Beth, Avi Dichter, hatte bei einer Anhörung im Parlament Vorwürfen führender israelischer Politiker gegen Dahlan und Rajoub widersprochen. Der Shin-Beth-Chef sagte, Arafats Fatah-Bewegung sei für bewaffnete Anschläge verantwortlich; es handle sich jedoch um "eine völlig selbstständige Organisation, die keiner der Geheimdienst-Organisationen untersteht, weder Rajoubs im Westjordanland noch Dahlans im Gaza-Streifen". (APA)