Wien - Ein Wiener Internet-Start-up will Stahleinkäufern durch den internationalen Normendschungel helfen: Die vom ehemaligen Babcock-Borsig-Manager Anton Koller gegründete DragonSteel entwickelt und betreibt webbasierte Lösungen zur Prozesskostenoptimierung für den Stahlhandel im Anlagen- und Maschinenbau. Der internationale Stahlhandel wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Normen und Standards erschwert. Alleine für die mechanischen Eigenschaften von Stahl gibt es über 2000 DIN-Normen. DragonSteel konnte sich den Content der Stuttgarter Fachbibel "Stahlschlüssel" exklusiv für das Internet sichern. Bereits in der Projektausschreibungs- oder Konstruktionsphase sollen damit Informationen über Normen, Qualität, verfügbare Menge, Preise oder Lieferkonditionen abgerufen werden können. "Wir wollen die Weiterentwicklung des Stahleinkäuferhirns sein", sagt DragonSteel-Produktentwickler Klemens Wegner. Exakte Vergleiche Durch den weltweiten Zugriff auf Stahlproduzenten und -händler sollen exakte Vergleiche, Kalkulationen und Planungen mit daraus resultierender Kostenersparnis möglich werden. Über das neu entwickelte, datenbankunterstützte System wird erstmals der direkte Vergleich von zwei Millionen unterschiedlichen Stahlprodukten möglich. DragonSteel plant den Aufbau eines weltweiten Vertriebsnetzes mit den Schwerpunkten Europa und Asien. "Weit gediehene Gespräche" über Kooperationen gibt es mit namhaften internationalen Stahlkonzernen wie Kürvers, Dillinger oder Hyundai. Im ersten Geschäftsjahr will DragonSteel mit 30 Mitarbeitern 500 Mio. S (36 Mio. EURO) umsetzen. (zwi/DER STANDARD, Printausgabe 1.3.2001)