Wien - Unter dem Motto "Rückkauf öffentlicher Aufgaben - Kaufen wir das Österreichische Kulturinstitut in Paris" ruft die IG Autorinnen Autoren "Betroffene, Interessierte, Künstler, Wissenschaftler, Intellektuelle, Diplomaten, Bildungsfunktionäre und sonstige Teilnehmer und Mitwirkende am und im österreichischen und französischen Kulturleben" zu einer "Bausteinaktion" auf. Als Reaktion auf Nachrichten über den beabsichtigten Verkauf des Gebäudes des Österreichischen Kulturinstituts (ÖKI) in Paris und nach Berichten über Kaufabsichten des Objekts durch Paul Jenewein, der das Haus als unabhängiges Kulturinstitut mit Hilfe von Sponsorengeldern weiter führen will, hat die IG Autoren heute bei der Immobilienabteilung des Außenministeriums das "konkrete Kaufinteresse am Objekt deponiert". Nach Gesprächen mit dem Anbieter Jenewein und Kontakten mit der Initiatorin des französischen Aufrufs gegen die Schließung, Angelika Bäumer, wurde vereinbart, dass die "Initiativen zur Rettung des Objekts und seiner bisherigen Widmung weitestgehend koordiniert" verlaufen sollen. Ab sofort sei die IG Autorinnen Autoren "auf der Suche nach Interessenten mit konkreten Beteiligungsangeboten", heißt es. Die Beteiligungsangebote würden vertraulich behandelt und nur mit dem Einverständnis des jeweils Beteiligten öffentlich bekanntgegeben. Es genüge, zunächst eine unterschriebene, datierte formlose Garantieerklärung über einen selbst festgelegten Betrag bei der IG Autoren zu hinterlegen. "Da wir davon ausgehen müssen, dass in der vielleicht nur wenige Wochen bis zum Verkauf verbleibenden Zeitspanne über diesen Weg der Bausteinkaufbeteiligung nicht die entsprechende Kaufsumme zustande gebracht werden kann, dient eine solche Garantieerklärung auch für den Fall eines Zwischenverkaufs mit Optionsregelung." "Die IG Autorinnen Autoren bzw. die ihr nachfolgende Rechtskonstruktion, die diese Aufgabe zur Umsetzung übernimmt, wird sich bemühen, die generelle steuerliche Absetzbarkeit der jeweils eingesetzten Bausteinkaufbeträge zu erwirken. Ein diesbezügliches Ersuchen der IG Autorinnen Autoren ergeht an den österreichischen Bundesminister für Finanzen", heißt es in dem Aufruf zur Bausteinaktion weiter. In dem Schreiben an Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) mit dem Ersuchen um Steuerabsetzbarkeit für Mittel zur Weiterführung des Objekts als nicht-staatliches österreichisches Kulturinstitut heißt es: "Da es auch im Interesse der Republik Österreich gelegen sein müsste, wenn ein solches traditionsreiches Kulturinstitut trotz Verkauf durch die Republik Österreich seine bisherige Bestimmung behält, halten wir es für angemessen, wenn das Bundesministerium für Finanzen die steuerliche Absetzbarkeit der Investitionen aller an diesem Kauf Beteiligten in Erlass- oder Verordnungsform garantiert. Natürlich nur, wenn der Erwerbszweck, die Weiterführung des bisher staatlichen Kulturinstituts als zukünftig privatrechtlich geführtes österreichisches Kulturinstitut, gesichert ist." Die bei der Immobilienabteilung des Ministeriums deponierte Kaufabsicht wurde in einem weiteren Brief auch Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) mitgeteilt. "Dieser Entschluss wurde nicht gefasst, weil wir der Meinung sind, dass öffentliche Kulturaufgaben Privatsache sind, sondern weil wir keinen anderen Weg erkennen, wie verhindert werden könnte, dass ein bedeutender österreichischer Kulturstandort zu Gunsten eines einmaligen minimalen Budgetstabilisierungseffekts für immer verloren geht", heißt es darin. (APA)