Wien - Die Einrichtung einer Männerabteilung im Frauenministerium ist weiterhin umstritten. Der zuständige Minister Herbert Haupt (F) wurde Sonntagabend in der Fernsehdiskussion "Betrifft" mit scharfer Kritik von Politikerinnen der Opposition konfrontiert. Haupt selbst will mit der neuen Abteilung eine Anlaufstelle für Männer mit ihren Problemen und Sorgen schaffen. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl warf dem Minister vor, "Politik für die Starken" zu machen. Die neue Regierung habe die Frauenpolitik abgeschafft und die "Frauensache zur Nebensache" erklärt. Die Grüne Frauensprecherin Madeleine Petrovic betonte, die Frauen seien diskriminiert, nicht die Männer. "Frauen, Gesundheit und Gentechnik" Der Minister appellierte an die Opposition, die Männerabteilung nicht "mit einem Schnellschuss" sofort zu verurteilen. Die Idee sollte nicht aus Wahlkampfgründen ruiniert werde. Er berichtete, dass die Männerabteilung Teil einer neuen Geschäftsordnung in seinem Ministerium sei. Es gebe auch noch eine weitere neue Abteilung, nämlich für "Frauen, Gesundheit und Gentechnik", was in der Öffentlichkeit bisher untergegangen sei. Er, Haupt, sei an einer harmonischen Entwicklung der Gesellschaft interessiert. Die Männer hätten ein Recht darauf, mit ihren Problemen und Sorgen erst genommen zu werden. Begrüßt wurde in der Fernsehdiskussion die neue Männerabteilung natürlich auch von ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat. Es sei absolut legitim, wenn sich ein Ministerium für Generationen auch mit Problemen der Männer beschäftige. Rauch-Kallat erwartet sich von der Männerabteilung etwa einen Beitrag, dass mehr Männer in Karenz gehen und mehr Familienarbeit übernehmen. (APA)