Wien- Die Ursache für den Öl-Unfall beim Zentrallager der OMV im Naturschutzgebiet Lobau, beim dem 60 Kubikmeter Öl ausgeflossen sind, ist laut Reinhard Bacher, Leiter des Bereichs "Produktion" bei der OMV, geklärt: Bei der Rohölverpumpungsleitung, die von Auersthal in die Lobau führt, ist eine Dichtung, die zwei Rohre miteinander verbindet, auf Grund von Erdverschiebungen verrutscht und hat ein Leck gebildet, so Bacher heute, Montag, Nachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien. Umweltstadtrat Fritz Svihalek (S) forderte deswegen für die Zukunft "endlich bei Öl-Rohren in der Lobau, die ausgetauscht werden müssen, diese durch doppelwandige zu ersetzen". Finanziert werden sollen die neuen Leitungen durch den Altlastensanierungsfonds des Bundes, verlangte Svihalek. Die nächsten Aktivitäten, die laut dem Umweltstadtrat gesetzt werden, sind "eine entsprechende Abtragung und Entsorgung aller Erdschichten, die von dem Unfall betroffen sind". Es sollen keine Rückstände im Boden bestehen bleiben, erklärte Svihalek. Weiters werde es in den kommenden Wochen ständige Überprüfungen in diesem Bereich und - wenn notwendig - Maßnahmen geben. Svihalek garantierte, dass es keine Gefahr für das Trinkwasser der Wiener gibt. Die betroffene Wasserleitung, das Grundwasserwerk Lobau, sei derzeit nicht im Einsatz, sagte der Leiter der Wasserwerke, Hans Sailer. "Diese ist meist im Sommer im Einsatz, wenn die restliche Wasserversorgung in Wien knapp ist. Und das ist ein Aufwand von lediglich 2,5 Prozent auf das ganze Jahr verteilt", erklärte Sailer im Gespräch mit der APA. Sollte eine potenzielle Gefahr für das Grundwasserwerk Lobau bestehen, könne diese mit Hilfe von Ölspursonden entdeckt und durch eine so genannte Sperrbrunnenreihe abgefangen werden, sagte der Leiter der Wasserwerke. Die Wiener Hochquellleitung war von dem Unfall nicht betroffen. Das Rohöl ist gestern, Sonntag, um 18.00 Uhr beim Zentrallager der OMV im Naturschutzgebiet Lobau ausgeflossen. Der Einsatz der Wiener Feuerwehr hat bis heute, Montag, etwa 8.00 Uhr gedauert. Jeweils 60 Mann waren in mehreren Schichten im Einsatz, um das zehn Zentimeter hoch stehende Öl abzusaugen bzw. abzuheben. Nach dem Unfall forderte der WWF ein Sicherheitskonzept. Die Sicherheitsmängel des Ölhafens seien seit Jahren bekannt. "Bei der Stadt Wien liegt bereist seit über zwei Jahren ein fertiges Projekt zur vollständigen Abdämmung des Ölhafens durch Dichtwände vor. Es fehlt offensichtlich der politische Wille zur Umsetzung und Finanzierung", so der WWF in einer Aussendung. (APA)