Wien - Die Ambulanzgebühr, mittlerweile Streitfall Nummer eins in Rotweißrot, wird österreichweit recht unterschiedlich gehandhabt. Letzlich kommt es auf den behandelnden Arzt, oft sogar auf die die Patientendaten aufnehmende Schwester an der Ambulanz-Leitstelle an, ob der Patient jetzt als - gebührenbefreiter - Notfall gewertet wird oder ob eine Gebührenmeldung an den Hauptverband der Sozialversicherungsträger weitergeleitet wird. Nach Mitteilung der Wiener Ärztekammer bezahlen Patienten, die selbständig ein Spital aufsuchen, grundsätzlich 250 Schilling, Patienten, die von einem Arzt zugewiesen werden 150 Schilling. Das Geld wird aber erst nach einem Jahr von der Krankenkasse verrechnet, weil nicht mehr als 1.000 Schilling pro Jahr eingehoben werden. Nun aber die Vielzahl an Ausnahmen: Keine Gebühr wird verrechnet: bei allen Erste-Hilfe-Fällen, bei Unfällen, Rettungstransporten, bei internistischen, geburtshilflichen, gynäkologischen, neurologischen und sonstigen Notfällen. Nichts bezahlt werden muss aber auch in Spezialambulanzen, wie Strahlen-, Onkologische-, Drogen- und Dialyse-Ambulanz. Ebenfalls nichts bezahlt werden muss, wenn der Patient vom Spital - etwa zur Nachbehandlung oder Kontrolle - wieder bestellt wird. Es wird nichts an die Sozialversicherung gemeldet, was sich nicht beim ersten Kontakt an der Ambulanz-Leitstelle problemlos herausfinden lässt. Ferner wird keine Gebühren-Meldung gemacht, wenn es sich um nicht-ortsansässige Personen - Touristen oder Bundesland-Patienten - handelt. Als Notfall kann darüber hinaus auch gewertet werden, wenn der Patient - etwa bei einem simplen Husten - große Angst hat oder unter Stress oder psychischem Druck steht. (APA)