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Wien - Das international tätige Investmenthaus J.P. Morgan Fleming rät nach der anhaltenden Talfahrt der Tokioter Börse weiterhin zu Vorsicht bei japanischen Aktien. Während der Ausblick für die anderen asiatischen Regionen günstig sei, empfiehlt der J.P. Morgan Asien-Experte Adam Matthews anlässlich einer Road Show des Wertpapierhauses in Wien bei Engegaments in Japan vorsichtig zu agieren, bis sich eine klare Richtung des ökonomischen Umfelds abzeichnet. Erst am Freitag war der Tokioter Markt gemessen am Nikkei-225 auf den tiefsten Stand seit mehr als 15 Jahren gestürzt. Als Ursachen der Talfahrt ortet J.P. Morgan neben der hohen Abhängigkeit von der kränkelnden US-Konjunktur und der geplatzten spekulativen Blase an der Nasdaq im Vorjahr auch hausgemachte Faktoren wie die Deflation in Japan, die Stärke des Yen und die japanische Bankenkrise. Auch das gesamtökonomische Umfeld bleibe schwierig. J.P. Morgan erwartet für das Jahr 2000 eine gesunkene Wachstumsrate von 1,2 Prozent gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Wirtschaftswachstum dürfte sich aber stabilisieren, zudem sei ein langsameres Wachstum schon in den Bewertungen enthalten. Ausblick mittelfristig positiv Mittelfristig sei der Ausblick für Japan weiter positiv, im Zeitraum von bis zu neun Monaten erwartet der Experte eine mittelfristige Erholung des Marktes. Getragen werden sollte der Aufschwung japanischer Aktien von einem hohen Restrukturierungspotenzial der Unternehmen. Während etwa bei US-Unternehmen das Produktivitätsniveau nur mehr sehr schwer zu steigern sei, bescheinigt Matthews hier japanischen Blue Chips großes Aufholpotenzial. So zeige die Produktivität gemessen am Return on Equity eine starke positive Dynamik. Unter den Einzelnbranchen rät der Experte Banken trotz des Umstrukturierungspotenzials zu meiden, abgeraten wird auch von japanischen Bau- und Immobilienwerten. J.P. Morgan fokusiere seine Strategie in diesem Raum derzeit auf Wachstumstitel wie NTT, Canon, Nintendo, aber auch Toyota und Nissan. Ein Schwerpunkt liege aber auch auf defensiven Versorgerwerten wie TEPCO. "Guter Zeitpunkt um Positionen in Asien aufzubauen" Deutlich positiver als für Japan stuft J.P. Morgan die Perspektiven für die anderen asiatischen Märkte ein. "Es ist ein guter Zeitpunkt um Positionen in Asien aufzubauen", zeigt sich Matthews optimistisch. Die asiatischen Märkte dürften wie schon in der Vergangenheit überproportional von den erwarteten US-Zinssenkungen profitieren. Zudem seien asiatische Titel derzeit angesichts des günstigen Umfelds sinkender Zinsen, eines stabilen Wirtschaftswachstum und niedriger Inflationsraten in dieser Region günstig bewertet. J.P. Morgan empfiehlt derzeit Finanztitel, Versorger und Elektronikwerte überzugewichten. Technologie-, Medien- und Telekomaktien werden aktuell untergewichtet, bei einer sich abzeichnenden Bodenbildung an der Nasdaq werde sich das Investmenthaus aber wieder einer aggressiveren Portfolioausrichtung zuwenden. (APA)