Villach - In österreichischen Haushalten fallen pro Jahr rund drei Liter Altspeiseöl an. Von den insgesamt 24.000 Tonnen werden allerdings nur vier Prozent wiederverwertet. Dabei würde das Recycling von Altspeiseöl eine willkommene Energiealternative darstellen, erklärte Christian Salmhofer, Klimabeauftragter von Klimabündnis Kärnten . Zusätzlich könnten Kläranlagen durch eine Wiederverwertung Kosten sparen, da pro Liter Fett ca. sechs Schilling Reinigungskosten anfallen. "Die Hauptverursacher von Altspeiseöl sind Fast Food-Ketten. In einem McDonalds Restaurant fallen zum Beispiel im Schnitt monatlich 1000 Liter Frittieröl an", so Salmhofer. Während dieses früher nach Holland zur Produktion von Futtermittel transportiert wurde, beliefere die Kette heute die Biodiesel-Raffinerie Seeg in Mureck, wo Fett zu Biodiesel verarbeitet wird. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Altspeiseöl in Biogasanlagen. "Hier wird aus Biogas Wärme und Strom gewonnen. Dadurch werden fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle eingespart", erklärte Salmhofer. Mit 200.000 Kubikmeter Biogas aus der Region könnten pro Jahr rund 650.000 kWh erneuerbare Energie gewonnen werden. Dies entspreche in etwa dem jährlichen Warmwasserbedarf von 350 Personen bzw. dem Energieverbrauch von 20 Häusern. Als Endprodukt der Biogasproduktion entstehe ein geruchloser Wirtschaftsdünger, der selbst in Wasserschutzgebieten aufgebracht werden könne. "Für den Landwirt ist eine Biogasanlage eine moderne Kompostieranlage, mit der wichtige Nährstoffe wieder in den Boden zurückgeführt werden", so der Klimabeauftragte. Chemischer Stickstoffdünger sei damit überflüssig. Zusätzlich könnten durch regionale Wirtschaftskreisläufe auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die Region Villach mit 120.000 Einwohnern rechnet man mit etwa zehn Arbeitsplätzen, die für die Sammellogistik zuständig sind. "Eine eigens dafür gegründete Beschäftigungsgesellschaft soll die Logistik für die Altspeiseölsammlung aufbauen und die Sammlung durchführen", erklärte Salmhofer. Mit Unterstützung der Stadt Villach und der ARGE Erneuerbare wurde dieses Konzept bereits modellhaft anhand eines Biobauernhofes umgesetzt. Der Betrieb verwendet in der drei Mio. Schilling teuren Biogasanlage neben Gülle, Gräsern, Speiseabfällen rund 50 Tonnen Altspeiseöl. Dieses wird von Gaststätten der Umgebung bezogen. Die Abwärme dient neben dem eigenen Hof auch zur Beheizung der Schule. Die nichtverbrauchte elektrische Energie wird in das Stromnetz der KELAG eingespeist. (pte)