Wer in Deutschland König ist, gehört in Hollywood noch längst nicht zum Adel. Aber Wolfgang Petersen hat es auch in der Traumfabrik der westlichen Welt zu hohen Ehren gebracht. In Kalifornien feiert der Regisseur am 14. März seinen 60. Geburtstag. Als Petersen Anfang der neunziger Jahre nach Hollywood übersiedelte, sah er in Deutschland keine Herausforderung mehr. Denn der Welterfolg seines U-Boot-Kriegsdramas "Das Boot" hatte den erfolgreichen TV-Regisseur in eine Liga versetzt, in der außer ihm in Deutschland kein anderer mitspielen konnte. Was für den deutschen Film ein kaum auszugleichender Verlust war, erwies sich in Hollywood nicht auf Anhieb als Gewinn. Petersens erster Film dort, der Psycho-Thriller "Tod im Spiegel", war nämlich kein kommerzieller Erfolg. Seine Erfolge in Amerika Doch bereits der nächste Streifen katapultierte Petersen an die Spitze der kommerziellen Kino-Hitparade: Mit Superstar Clint Eastwood wurde 1993 der Politthriller "In the Line of Fire" ein Kassenschlager. Auch das Virus-Drama "Outbreak" mit Dustin Hoffman erwies sich als Erfolg, und Petersen erhielt das in Hollywood nur wenigen Regisseuren vorbehaltene Recht, selbst die Schnittfassung seiner Werke fürs Kino zu bestimmen. Das war der Ritterschlag für den Ostfriesen in Kalifornien. Und er nutzt ihn gleich dafür, eine komplett überarbeitete Langfassung von "Das Boot" in die US-Kinos zu bringen. ... und das Boot Petersens großes Glück als Regisseur war 1980 der Auftrag, Lothar-Günther Buchheims Bestseller "Das Boot" in Szene zu setzen. An dem Stoff waren die Amerikaner gescheitert, doch der junge Deutsche lieferte sein Meisterstück ab. Das Schicksal einer U-Boot-Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde von Petersen so aufregend wie ein Thriller dargeboten. Die Kritiker maulten, aber das Publikum war begeistert. Und was die eigentliche Sensation war: Der Film wurde mit sechs Oscar-Nominierungen bedacht und lief auch in den USA mit großem Erfolg. Trotzdem erklärte Petersen noch 1985, angesprochen auf Hollywood-Pläne: "Ich will am liebsten hier bleiben." Ist er aber nicht. (APA/red)