Hamburg - Aus Angst vor einem Übergreifen der Maul- und Klauenseuche haben die meisten europäischen Länder zum Teil drastische Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Aus einer Umfrage geht hervor, dass es bei den Maßnahmen keine einheitliche Linie gibt. In Österreich wurden alle Tier- und Fleischimporte aus Großbritannien verboten, Reisende müssen über "Seuchenteppiche" laufen. In Deutschland sind je nach Bundesländern unterschiedliche Schritte eingeleitet worden. So wurden etwa in Nordrhein-Westfalen 1850 Schafe getötet, weil sie Kontakt zu Artgenossen aus britischen Betrieben hatten. Die Republik Irland setzt bei der Vorbeugung gegen die Seuche auf verschärfte Grenzkontrollen durch 1.000 zusätzliche Soldaten und Polizisten. Belgien erließ ein totales Ausfuhr- und Transportverbot für Vieh. Reitsportveranstaltungen wurden abgesagt, Taubenmärkte und Tierparks geschlossen. Mehr als 2.000 Schafe wurden getötet. In Frankreich sind seit dem Verdachtsfall in Belgien Importe lebender Paarhufer aus dem Nachbarland verboten. Auch Viehtransporte aus Irland wurden untersagt, alle Viehmärkte, -Ausstellungen und Messen für Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen verboten. Schafe werden vorsichtshalber getötet - insgesamt sollen 50.000 vernichtet werden. In den Niederlanden wurde ein vorläufiges allgemeines Transportverbot für Schafe und Ziegen erlassen. Mehr als 3.000 Tiere wurden vorsorglich notgeschlachtet. Italien verbot Einfuhr gefährdeter Tiere und fordert eine genaue Herkunftsbezeichnung für betroffene Tierarten. In Tschechien müssen Flugreisende aus Großbritannien und Irland ihre Schuhe desinfizieren lassen und Lebensmittel abgeben. In Ungarn werden Fahrzeuge aus Westeuropa entseucht. Reisende aus Belgien und Großbritannien werden auf Milch- und Fleischprodukte untersucht. In Polen wurde die Einfuhr von Fleisch und Fleischprodukten aus der EU untersagt. Skandinavien : Import von Fleisch und Milch- oder anderen Produkten von betroffenen Tierarten aus Großbritannien wurde in Schweden verboten. Es wird automatisch auf alle Länder erweitert, in denen die Maul- und Klauenseuche herrscht. Umfassendes Besuchsverbot für Höfe mit Vieh, sowie Schlachtereien und Molkereien. Schweden, die in Großbritannien waren, dürfen fünf Tage nach der Rückkehr keinen Hof mit Vieh betreten. In Norwegen und Finnland müssen Großbritannien-Reisende ihre Schuhe desinfizieren lassen. Norwegen hat die Bewegungsfreiheit von 300 britischen Soldaten bei einem NATO-Manöver im Norden des skandinavischen Landes eingeschränkt. In Dänemark wurde ein umfassendes Importverbot für alle potenziell betroffenen Tierarten eingeführt. Schafe und Ziegen dürfen tageweise überhaupt nicht und andere Schlachttiere nur begrenzt transportiert werden. Spanien Viehmärkte und -auktionen wurden verboten. Viehtransporte sind nur zugelassen, wenn es darum geht, Tiere zum Schlachthof zu bringen. Zusätzlich werden Schuhe von Reisenden aus Großbritannien und die Reifen von Autos desinfiziert. Das Mitbringen von Milch- oder Fleischprodukten aus Großbritannien ist untersagt. (APA/dpa)