Hamburg (APA/dpa) - Die Übertragung eines Teils der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen scheint endgültig gesichert. Die ARD-Intendanten billigten am Donnerstag den Vertrag, der am Dienstag in München mit der Kirch- Gruppe ausgehandelt wurde. Dafür stimmten 6 Intendanten, 4 enthielten sich. Ein endgültiger Abschluss sei allerdings "nicht nur formal" von der Zustimmung der Aufsichtsgremien der zehn Landesrundfunkanstalten abhängig, betonte der stellvertretende ARD-Vorsitzende Peter Voß nach einer Schaltkonferenz der Intendanten. Es hänge von der detaillierten, "rechtlich wasserdichten" Ausgestaltung ab, ob und wann diese Verträge den Gremien der ARD vorgelegt werden könnten. Kirch hatte die europäischen TV-Rechte für die beiden WM-Turniere für 1,7 Milliarden Mark (11,96 Mrd. S) gekauft. Einen Teil will er in seinem Bezahlsender Premiere World zeigen, der Rest soll im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlt werden. Die Verhandlungen mit der Kirch-Gruppe waren vom Intendanten des Bayerischen Rundfunks und ARD-Sportrechtekoordinator, Albert Scharf, und ZDF-Intendant Dieter Stolte geführt worden. Voß erklärte, dass sich die Kirch-Gruppe zu "flankierenden Absprachen" zur Absicherung der Kaufoption für ARD/ZDF bei der WM 2006 in Deutschland bereit gefunden habe. Dies gebe der ARD die Zuversicht, dass man nicht 2006 doch noch "in die Röhre" gucken werde. Der SWR-Intendant kritisierte, daß es in der Politik schon jetzt Stimmen gebe, die die ARD heftig zum Abschluß mit Kirch gedrängt und fast im gleichen Atemzug gegen eine mögliche Gebührenanpassung in vier Jahren "schweres Geschütz aufgefahren" hätten.