Wien - Den internationalen Frauentag am 8. März hat die Wiener Frauen- und Integrationsstadträtin Renate Brauner (S) zum Anlass genommen, im Bereich der Aus- und Weiterbildung in der Bundeshauptstadt ein "Zukunftspaket für Frauen und Mädchen" zu schnüren. Wien setze damit "gegenteilige Schritte zum unmoralischen und unintelligenten Sparen" der Bundesregierung, so Brauner heute, Dienstag, in der Pressekonferenz des Bürgermeisters. Rund 95,2 Mill. S (6,92 Mill. Euro) investiert die Stadt Wien noch heuer in Maßnahmen, die Frauen und Mädchen den Zugang zu Zukunftsjobs im Kommunikations- und IT-Bereich garantieren sollen. Das Angebot reicht von ökotechnischen Ausbildungen für junge Mädchen über Zukunftsmaßnahmen während der Babypause bis zu HTML-Publishing für Migrantinnen. Die ingesamt 21 Maßnahmen werden aus Mitteln des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF), des Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), des Integrationsfonds sowie aus dem Frauenbudget der Stadt Wien finanziert. Brauner betonte, dass Frauen und Mädchen sehr genau wüssten, welche Jobs sie wollen: "Sie wollen Berufe, die sie ausfüllen, sie wollen qualifizierte Berufe, und sie wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie." In diesem Zusammenhang plädierte die Stadträtin erneut für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. "Nicht Geldleistungen werden von den Eltern gewünscht, sondern strukturelle Maßnahmen zur Erhöhung der Vereinbarkeit", so Brauner. Gerade im Bereich der IT-Berufe sieht Brauner große Chancen für Frauen. Gleichzeitig seien aber gezielte Förderungen notwendig. So seien Frauen etwa bei der Internet-Nutzung "auf der Überholspur" (die Zahl der Userinnen hat in den vergangenen vier Jahren um 30 Prozent zugenommen), auf den technischen Universitäten seien die Männer aber noch immer in der Überzahl. Auf dem Wiener Arbeitsmarkt proftieren Frauen dagegen schon jetzt stärker als ihre männlichen Kollegen: Die Frauenarbeitslosigkeit ist laut Brauner im Vorjahr um 15,2 Prozent gesunken, bei Männern ging sie nur um 11 Prozent zurück. (APA)