Straßburg - Scharfe Kritik an den in der Autonomen Republik Abchasien geplanten Wahlen hat der Europarat in Straßburg geübt. Damit würden die Bemühungen um eine friedliche Beilegung des seit Jahren schwelenden Konflikts um das zu Georgien gehörende autonome Gebiet untergraben, warnten der österreichische Generalsekretär des Staatenbundes, Walter Schwimmer, sowie die Vorsitzenden des Ministerkomitees und der Parlamentarier-Versammlung, der lettische Außenminister Indulis Berzins und der schottische Liberale Lord Russell-Johnston am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung. Während der bewaffneten Auseinandersetzungen in Abchasien in den Jahren 1993 bis 1998 seien die meisten der georgischstämmigen Einwohner geflohen, erklärten die drei höchsten Vertreter des Europarats. Somit könne der Urnengang, zu dem die politische Führung Abchasiens unilateral für Samstag aufgerufen habe, "nicht legitim" sein. Die abchasische Seite müsse die Wahl annulieren und damit ein positives Zeichen setzen. Derzeit werden unter der Schirmherrschaft der UNO Verhandlungen über ein Statut für das autonome Gebiet geführt. Die Region hatte 1992 einseitig ihre Unabhängigkeit erklärt. Anschließend kam es zu blutigen Konflikten zwischen den dort lebenden Georgiern und den übrigen Volksgruppen, vor allem Abchasen, Armenier, Russen und Ukrainer. Georgien ist seit 1999 Mitglied des Europarats. (APA)