Wien/Graz - Die Vorstände des Verbund und der Energie Steiermark AG (Estag) haben sich im Hinblick auf die Vollliberalisierung des österreichischen Strommarktes zum 1. Oktober dieses Jahres auf eine engere Zusammenarbeit verständigt. In einem ersten Schritt werden die Wasserkraftwerke des steirischen Energieversorgers Steweag und der steirischen Verbund-Tochter Steg in die Austrian Hydro Power AG (AHP) übertragen, die mehrheitlich dem Verbund gehört. Die um die Wasserkraftwerke erleichterten Gesellschaften Steweag und Steg sollen anschließend fusioniert werden, hieß es am Dienstag. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein sprach von einem "ersten Schritt in Richtung einer größeren Österreichlösung". Die AHP erweitere ihre Wasserkraftproduktion und setze damit einen weiteren Schritt zur Schaffung einer österreichischen international konkurrenzfähigen Wasserkraftgesellschaft. Die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic sprach von einer "guten Nachricht für die steirischen Stromkonsumenten", sie erwartet eine Strompreissenkung "um mindestens zehn Prozent". Die Steweag, die Stromtochter der Estag, und die Steg waren bereits bisher verknüpft. Der Verbund hielt 70 Prozent, die Steweag war mit knapp 30 Prozent an der Steg beteiligt. Offensiver Marktauftritt Die neu entstehende Gesellschaft soll den steirischen Markt noch effizienter bearbeiten, so die Estag. Ziel sei ein gemeinsamer, offensiver Marktauftritt in Handel und Vertrieb, wobei die Zusammenarbeit zwischen Estag und Verbund auch auf weitere Bereiche ausgedehnt werden soll. Die Abwicklung der Zusammenführung werde zügig vorangetrieben und solle laut Plan bis Anfang der zweiten Jahreshälfte durch die Unterzeichnung der Ausführungsverträge abgewickelt sein. Steg und Steweag sollten nach früheren Plänen unter Führung des Verbunds in der Energie Austria gebündelt werden. Die Energie Austria sollte aus der Zusammenlegung der Stromaktivitäten von Verbund, Energie AG Oberösterreich (EAG) und Energie Steiermark Holding AG hervorgehen. Das Energie-Austria-Projekt scheiterte jedoch im Herbst: In der Hauptversammlung im September hatten die Verbund-Sperrminoritätsaktionäre EVN, Wiener Stadtwerke und Tiwag mit ihrem 27-Prozent-Aktienpaket den Plan der Zusammenlegung der Stromgeschäfte zu Fall gebracht.

(APA)