Jerusalem - Der künftige israelische Sicherheitsminister, der prominente Likud-Politiker Uzi Landau, fordert eine israelische "Offensive" gegen die palästinensische Intifada. "Es reicht nicht aus, Sicherheitswälle zu bauen. Wir müssen den Kampf in das Lager des Gegners tragen", erklärte der frühere Vorsitzende des Außen- und Sicherheitsausschusses der Knesset am Dienstagabend im öffentlichen Fernsehen. Die bisherige Regierung unter Ehud Barak habe den Terrorismus nicht wirksam bekämpft, kritisierte Landau. "Jetzt ist es höchste Zeit, die Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind." Man müsse Palästinenser-Präsident Yasser Arafat die "Rechnung" für den Terrorismus präsentieren. Der einflussreiche Likud-Hardliner hat wiederholt ein massives Vorgehen der israelischen Armee gegen die palästinensische Polizei gefordert. Israel dürfe nicht länger vor Schlägen gegen die Palästinenser-Polizei zurückschrecken, "die eine regelrechte Armee und mit uns im Kriegszustand ist". Jeder der 40.000 bewaffneten palästinensischen Polizeiangehörigen müsse wissen, dass er gegebenenfalls "zur Zielscheibe wird", hatte Landau im Februar erklärt. Bisher seien der israelischen Armee "die Hände gebunden" gewesen, "das muss sich jetzt ändern - auch mit dem Risiko, die Herrschaft Arafats in Gefahr zu bringen", hatte Landau gefordert. Nach Informationen der Tageszeitung "Yediot Aharonot" soll die Abriegelung der palästinensischen Gebiete verstärkt werden. Das Sicherheitsministerium hat die Vorbereitungen zum Bau von Befestigungen nach Angaben der Zeitung ohne Zustimmung des scheidenden Ministerpräsidenten Ehud Barak aufgenommen. Das Vorhaben soll jedoch dem neuen Premier, Ariel Sharon, vorgelegt werden, mit dessen Zustimmung gerechnet wird. Der ehemalige Likud-Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte den Plan abgelehnt, weil er die Festlegung der Waffenstillstandslinie von 1967 als Grenze eines künftigen palästinensischen Staates vermeiden wollte. (APA/dpa)