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Graz - Heftige Kritik an der Bundesregierung und insbesonders an den jüngsten Maßnahmen kommt anlässlich des Frauentages von steirischer Seite: Die Grazer SP-Vorsitzende Tatjana Kaltenbeck sagte, sowohl die "Männerabteilung" im Frauenministerium als auch das gestern beschlossene Kindergeld machten "deutlich, dass es mit der Frauenpolitik in diesem Land steil bergab geht". Die Grazer Frauenbeauftragte Doris Kirschner wies ebenfalls darauf hin, dass das Kinderbetreuungsgeld "erwerbstätige Frauen voll benachteiligt". Kritische Worte kamen auch von der Grazer KPÖ. Kaltenbeck sprach wörtlich von einer "schönen Bescherung" anlässlich des 90. Frauentages: "Mit dem Kindergeld wird ganz klar eine 'Frauen zurück an den Herd-Politik' verfolgt, die den Verdrängungsprozess der Frauen aus der Erwerbstätigkeit und somit die Aufgabe eines wirtschaftlich unabhängigen und selbstbestimmten Lebens zum Ziel hat". Die Grazer SP-Vorsitzende meinte, Frauen dürften sich "angesichts der jüngsten Rückwärtsentwicklungen nicht entmutigen lassen", gerade jetzt bedürfe es engagierter Frauen, "die für Frauenrechte eintreten und diese auch einfordern und gegen die derzeitige Frauenpolitik Widerstand leisten". Die Frauenbeauftragte der Stadt Graz, Doris Kirschner, nahm anlässlich des Frauentags das Kinderbetreuungsgeld unter die Lupe: "Auf den ersten Blick scheint das versprochene Gleichheitsprinzip realisiert worden zu sein. Kombiniert man allerdings die Regelungen für Kinderbetreuungsgeld und Kündigungsschutz, ergibt sich eine Benachteiligung für Frauen, die nicht nur dazu verdienen, sondern voll erwerbstätig sind und das auch nach der Karenzzeit bleiben wollen oder müssen", so Kirschner. Sie müssten, wenn sie nicht "riskieren" wollten, im letzten halben Jahr der Karenzzeit gekündigt zu werden, nach zwei Jahren wieder zu arbeiten beginnen. Die Klubvorsitzende der Grazer KPÖ (die in Graz einen Stadtrat stellt, Anm.), Elke Kahr, meinte in einer Aussendung, "die angebliche Familienfreundlichkeit der Regierung verkehrt sich für die Frauen in der Realität ins Gegenteil". Sie wies auf die Vorstöße in Richtung Sonntagsarbeit im Handel hin, dass von geringfügigen oder befristeten Dienstverhältnissen zum überwiegenden Teil Frauen betroffen sind und die Erhöhung des Pensionsanfallsalters bei vorzeitiger Alterspension ältere Frauen massiv treffe. (APA)