Wien - Zustimmend, aber auch kritisch äußerten sich Abgeordnete von ÖVP und FPÖ am Mittwoch in Aussendungen über das gestern im Ministerrat beschlossenen Kindergeld. Werner Fasslabend und Edeltraud Gatterer (V) äußerten sich durchwegs positiv. Der Freiheitliche Familienverband (FFVÖ) übte hingegen auch Kritik am Kindergeld. Der FFVÖ spricht von Verschlechterungen für Alleinerziehern und einer zu geringen Zuverdienstgrenze. Die ÖVP habe ihr "soziales Profil bewiesen und einen Quantensprung in der Sozialpolitik erreicht". Das meinte der ÖAAB-Bundesobmann, Fasslabend. Er hebt vor allem die Anhebung der Zuverdienstgrenze hervor. Diese sei neben der Erweiterung des Kinderbetreuungsgeldes schon lange ein Anliegen des ÖAAB gewesen. Dem habe die Regierung nunmehr Rechnung getragen. Und der ÖAAB-Mann weiter: "Die Neuregelung bringt mehr Gerechtigkeit für die Familien durch die Umstellung der Pseudoversicherungsleistung des Kinderbetreuungsgeldes in eine echte Familienleistung, die auch im Hinblick auf die Armutsbekämpfung von entscheidender Bedeutung ist." Die VP-Abgeordnete Gatterer spricht von einem "Zeichen sozialer Gerechtigkeit". Mit dem Kindergeld sei die VP-Forderung, "dass jedes Kind gleich viel wert sein muss" verwirklicht. Sie begrüßte vor allem, dass "endlich auch Studentinnen, Schülerinnen, Hausfrauen, Bäuerinnen, Selbstständige und geringfügig Beschäftigte in den Genuss dieser Familienleistung" kommen würden. Durch die Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling sei die "Wahlfreiheit der Frauen und ihrer Familien gewährleistet". Weniger positiv äußerte sich der Freiheitliche Familienverband, Abg. Edith Haller, die auch freiheitliche Familiensprecherin ist, begrüßte zwar die "Verbesserungen", wie die Erleichterung der "Wahlfreiheit der österreichischen Eltern in Bezug auf die Kinderbetreuung", übte aber auch Kritik. So sei die "De-facto-Benachteiligung von Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher nicht vollständig korrigiert" worden. Auch die Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling würde für "eine mehrköpfige Familie zum Leben nicht ausreichen", so Haller. "Mit Entschiedenheit" lehnte sie die Kündigungsfrist von 24 Monaten ab. Sie forderte eine Verlängerung auf 30 Monate. Die freiheitliche Spitzenkandidatin für die Wiener Gemeinderatswahl, Helene Partik-Pable, sprach von einem "familienpolitischen Meilenstein" und einer "spürbaren Besserstellung für die Familien". Mit dem Kindergeld hätte die Regierung "eines der wichtigsten Wahlversprechen der FPÖ eingelöst", so Partik-Pable. (APA)