Den Haag - Das Haager UNO-Kriegsverbrechertribunal sieht sich auch zuständig für etwaige Kriegsverbrechen bei den derzeitigen Zwischenfällen im Grenzgebiet von Mazedonien und dem Kosovo. Zweifellos bestehe ein bewaffneter Konflikt, an dem auf beiden Seiten organisierte Gruppen beteiligt seien, sagte eine Sprecherin von Chefanklägerin Carla del Ponte am Mittwoch vor Journalisten. Damit sei entsprechend dem Mandat des UNO-Sicherheitsrates für den Sonderstrafgerichtshof die Voraussetzung gegeben, Ermittlungen über Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord anzustellen. "Derzeit gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass solche Verbrechen begangen worden sind", fügte die Sprecherin hinzu. Jeder Befehlshaber sollte sich sehr genau überlegen, ob er sich an Taten beteiligt, die ihn unter die Jurisdiktion des Tribunals bringen können, warnte der Sprecher von Gerichtspräsident Claude Jorda. Der Europarat hat unter Hinweis auf die Schießereien in Mazedonien an der Grenze zum Kosovo vor dem Ausbruch eines neuen Balkankriegs gewarnt. (APA/dpa)