Eine Internet-Kamera mit Kultstatus hat für immer ausgedient: Nach acht Jahren wird die erste jemals installierte Webcam in einer Teeküche an der britischen Universität Cambridge abgeschaltet. "Vor fünf Jahren war das eine Weltneuheit, heute ist sie nur noch von historischem Interesse", sagte Quentin Stafford-Fraser, Wissenschaftler und einer der Initiatoren des Projekts, am Mittwoch in London.Die 24-Stunden-Kaffeemaschine Die Kamera hatte nur den simplen Zweck, rund um die Uhr eine Kaffekanne zu filmen, und doch erreichte sie in der weltweiten Internetgemeinde Kultstatus. Stafford-Fraser leistete sie gute Dienste. Über das ins Internet übertragene Bild der Coffee Machine konnte er auf seinem Computerschirm stets sehen, ob es gerade Kaffee gab und sich so unnötige Gänge in die Teeküche sparen. "Die Fotos wurden bis zu dreimal in der Minute aktualisiert. Das war ausreichend, da die Kaffemaschine sehr langsam Kaffee produzierte und mit den Graustufen war insbesondere der Kaffee gut zu erkennen", sagte Stafford-Fraser. Original zerstört, aber Nachfolger wurden gefunden Seit 1993 hätten mehr als 2,4 Millionen Internetnutzer die Website mit der Kaffeekanne besucht, erklärte Stafford-Frasers Kollege Dan Gordon. "Einmal fragten sogar amerikanische Reisende im Touristenzentrum von Cambridge, wo man die Kaffeekanne aus dem Internet besichtigen könne", sagte der Wissenschaftler schmunzelnd. "Eigentlich ist es nicht wirklich beeindruckend, es ist halt eine Kaffeekanne." Zudem verriet Gordon ein weiteres Geheimnis: Die Original-Kanne ging schon vor einiger Zeit zu Bruch und wurde seither schon mehrmals ersetzt. (Reuters)