Wien - Schon vor einer Woche hätte der Generalplaner für die Renovierung der Albertina ausgeschrieben werden müssen, um den geplanten Eröffnungstermin (27. September 2002) halten zu können. Es kam aber interministeriell zu Verzögerungen, was die Freigabe der ausverhandelten Mittel (rund 680 Millionen Schilling) betrifft. In der Not musste nun Schröder den Druck auf die Regierung erhöhen - indem er andeutete, seinen Job hinzuschmeißen: "Ich bin nicht der geeignete Mann für eine geschlossene Anstalt." (Die seit Jahren geschlossene Albertina wird als wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts geführt.) Schröder, dessen Nervenkostüm angespannt zu sein scheint, steht aber auch haus- intern unter Druck: Der Betriebsrat veröffentlichte seine Bedenken am Führungsstil des neuen Direktors, der zuvor das Kunstforum geleitet hatte: Ein eventorientiertes "Kunstforum II" könne "ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluss" sein, "verbale Rundumschläge mit Vorwürfen gegen die Mitarbeiter hinsichtlich Denunziantentums, einer laxen Arbeitsmoral oder zu hoher Krankenstände" seien nicht gerechtfertigt. (trenk - DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 3. 2001)