Abuja/Nigeria - Bei einem Feuer in einer Schule in Nigeria sind mindestens 23 Mädchen bei lebendigem Leib verbrannt. Andere Quellen sprachen sogar von 30 Toten. Wie örtliche Behörden am Donnerstag mitteilten, entkamen weitere rund 150 Kinder dem Flammenmeer zum Teil schwer verletzt. Das Feuer hatte die Schülerinnen in der Nacht auf Mittwoch beim Gebet in ihrem Schlafsaal überrascht. Den Kindern sei die Flucht aus dem verriegelten Internat in Gindiri (Bundesstaat Plateau) versperrt gewesen, berichteten Augenzeugen. Hilfeschreie Als Anrainer das Klopfen und Schreien der Schülerinnen hörten, seien sie herbeigeeilt und hätten Fenster und Türen des Gebäudes aufgebrochen. Die Geretteten wurden zunächst in örtliche Krankenhäuser gebracht. Unter ihnen befand sich auch die Aufseherin der staatlichen Schule. Disziplin Sie hatte das Gebäude angeblich verriegelt, um die Mädchen davon abzuhalten, sich mit den Zöglingen der benachbarten Bubenschule zu treffen und mögliche Einbrecher abzuhalten. Der kleine Ort nahe der Minenstadt Jos wurde vor Jahrzehnten von Missionaren errichtet. Die dortigen Schulen sind bekannt für ihre Disziplin. Massengrab Wie ein Behördensprecher erklärte, wurden die Brandopfer bereits in einem Massengrab hinter ihrer Schule beigesetzt. Die Polizei ermittelt nun nach der Brandursache. Vermutlich habe eine umgekippte Kerosin-Lampe das Feuer ausgelöst, hieß es. Die Schule sei bis auf ihre Grundmauer abgebrannt. (APA/dpa)