Wien - Die Österreichische Post AG hat im Geschäftsjahr 2000 ihre Pläne deutlich übertroffen. Angepeilt war ein "Ergebnis auf der Nulllinie", die heute publizierten vorläufigen Zahlen liegen klar darüber. Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte 227 Mill. S bzw. 16,5 Mill. Euro gegenüber 521 Mill. S im ersten Bilanzjahr nach der Ausgliederung, 1999. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird voraussichtlich 539 (687) Mill. S betragen. Der Umsatz lag mit 21,1 Mrd. S unter dem Vorjahresumsatz von 24,754 Mrd. S. Die Österreichische Post AG habe ein schwieriges Umstrukturierungsjahr hinter sich, in dem die Weichenstellung für eine positive Zukunft im internationalen Wettbewerb erfolgt sei, kommentierte Generaldirektor Anton Wais die vorläufigen Zahlen. Die Arbeit von 2000 sei eine gute Ausgangsbasis für das laufende Geschäftsjahr. "Vor uns liegen jedoch noch große Anstrengungen, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu unseren Konkurrenten weiter zu steigern". Dazu gehörten die Erhöhung der Produktivität, die Optimierung der Geschäftsabläufe, die Ausweitung der Produktpalette und der Wertschöpfungskette als wesentliche Zielsetzungen, so Wais. "Speed-Programm" zeigt Wirkung Finanzvorstand Rudolf Jettmar bezeichnete die vorgelegten vorläufigen Zahlen als deutliches Zeichen für die Leistungsfähigkeit der Post. Das Ergebnis sei trotz massiver Investitionen in die Infrastruktur, in die Filialerneuerung, die Vernetzung der Postämter, in Produktinnovationen und Aus- und Weiterbildung erreicht. Auch der Wegfall aus der verringerten Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen sei kompensiert worden. Die im März 2000 beschlossenen Maßnahmen zur Kostensenkung und Optimierung der Prozessabläufe im "Speed-Programm" hätten bereits positive Auswirkungen gezeigt. So habe es beispielsweise deutliche Einsparungen an Überstunden gegeben. Personalaufwand verringert Mit einem neuen Schichtmodell nach Industriestandard, Optimierungen im Logistikbereich, Automatisierungen und einer verbesserten Abwicklung der Dienstleistungen im Schalterbereich sei der Personalaufwand verringert worden. Im Zeitraum Jänner bis Dezember 2000 seien 1.600 Vollzeitkräfte eingespart worden. Die Personalentwicklung der Post AG liege damit insgesamt im Plan. Dieser Trend solle auch 2001 fortgesetzt werden. Umsatz und Ergebnis von 2001 würden durch die Investitionstätigkeit, eine reduzierte Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen, den Entfall der vertraglich vereinbarten Mindestvergütung aus dem Vertrag mit der Österreichischen Postsparkasse und den Entfall der Pauschalvergütung für Schalterdienstleistungen für die Telekom Austria AG belastet werden. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und die Umsetzung des strategischen Konzepts müssten deshalb konsequent weitergeführt werden. Der dreimonatige Pilotversuch für die Rationalisierung des Zustelldienstes mit 24 Zustellbasen läuft Ende März aus. Mitte April soll eine Bewertung der Ergebnisse in einem paritätischen Ausschuss erfolgen. Jede Zustellbasis versorgt zwischen 2 und 10 Postämter. Der Post-Vorstand ist der Ansicht, dass statt der rund 1.900 österreichischen Zustellpostämter insgesamt 450 Zustellbasen genügen. Das Konzept wurde bis zuletzt von der Personalvertretung massiv bekämpft. Das Rationalisierungsprogramm des Post-Vorstandes im Zustell- und Logistikbereich sieht bis 2004 eine Einsparung von 6.000 Mitarbeitern bei der Österreichischen Post AG vor. Die Bilanz für 2000 wird die Post AG im April veröffentlichen. (APA)