Santiago de Chile - Der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet muss sich wegen der unter seiner Herrschaft begangenen Verbrechen vor Gericht verantworten. Dies entschied das Berufungsgericht in der Hauptstadt Santiagao de Chile. Das chilenische Berufungsgericht hat zwar die Anklage-Erhebung gegen Pinochet bestätigt, allerdings wurde die Anklage geändert. Der wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen angeklagte General muss sich nicht mehr als Autor einer Anstiftung und Beihilfe zu Mord und Entführung politischer Gegner während der Militärdiktatur (1973-1990) verantworten, sondern soll die Morde der so genannten Karawane des Todes nur gedeckt haben. Seine Verteidiger hatten Berufung gegen die Anklage eingelegt, weil 85-Jährige wegen Altersdemenz nicht verhandlungsfähig sei. Das Gericht bestätigte auch den gegen Pinochet verhängten Hausarrest. Für die Bestätigung der Anklage stimmten zwei der drei Richter. In ihr wird dem Ex-Diktator vorgeworfen, 1973 die Entführung von 18 und die Ermordung von 57 Regimegegnern gedeckt zu haben. Militärs hatten die Regimegegner ohne Prozess aus den Gefängnissen geholt, abtransportiert, gefoltert und ermordet. Einige der Leichen wurden ins Meer geworfen. (APA/AP/dpa)