Linz - Das genaue Motiv für den Mord, den selbst die Kriminalisten der Gendarmerie als eines der brutales Gewaltverbrechen der vergangenen Jahre in Oberösterreich bezeichnen, ist noch nicht klar. Jedenfalls dürfte ein Streit nach einer Zechtour am Anfang gestanden sein. Begonnen hatte der Fall mit einer Abgängigkeitsanzeige. Ein 26-jähriger Antiquitätenhändler aus Bad Hall war seit dem 9. Februar des heurigen Jahres verschwunden, am 13. Februar wurde die Vermisstenanzeige erstattet. Vorerst schien es sich um einen "Dutzendfall" von Abgängigkeit zu handeln. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Antiquitätenhändler zuletzt mit einem 25-jährigen Mann aus Bad Hall zusammen gewesen war. Dieser wurde befragt, er verwickelte sich in Widersprüche. Daraufhin wurde die Mordgruppe der oberösterreichischen Gendarmerie eingeschaltet. Am Donnerstag nahm man sich den 25-Jährigen nochmals eingehend vor. Während er auf dem Gendarmerieposten Bad Hall befragt wurde, durchsuchten die Spezialisten der Mordgruppe - im Beisein eines Gerichtsmediziners - die Wohnung des Mannes. Dabei wurde vorerst nichts Verdächtiges gefunden, die Einvernahme des 25-Jährigen brachte allerdings die Details zu Tage: Der Mann gestand, nach einer gemeinsamen Zechtour den Antiquitätenhändler in der Nacht zum 9. Februar in seine Wohnung mit genommen zu haben. Dort kam es offensichtlich zu einem Streit, der auch in Tätlichkeiten ausartete. Der Antiquitätenhändler sei zu Boden gestürzt, daraufhin habe er mit einem Gipsbeil mehrmals auf den Mann eingeschlagen, gestand der 25-Jährige. Obwohl der Antiquitätenhändler kein Lebenszeichen mehr von sich gab, habe er ihm auch noch mit einem Fleischermesser zahlreiche Stiche in die Brust versetzt, "um ganz sicher zu gehen, dass er tot ist", so das Geständnis. Kaltblütig "Dann ging der Mann mit unglaublicher Kaltblütigkeit vor", so ein Gendarmeriesprecher. Er ließ den Körper des Toten im Badezimmer regelrecht "ausbluten". Anschließend zerstückelte er die Leiche und verpackte die einzelnen Teile in Müllsäcke. Den Torso schaffte er mit dem Auto zum Steyr-Fluss im Gemeindegebiet von Sierning und vergrub ihn dort. Die Gliedmaßen mauerte der Tatverdächtige in einer "Blumenecke" in seiner Wohnung ein. Dass diese Angaben des Mannes stimmen, ist inzwischen auf grausige Weise bestätigt worden: Die Gendarmen stemmten die "Blumenecke" auf und stießen auf die Leichenteile. Auch der vergrabene Körper wurde am Flussufer in Sierning bereits gefunden. Nun soll eine Obduktion die genaue Todesursache klären. Von der weiteren Einvernahme des Tatverdächtigen erwarten sich die Ermittler auch Aufschlüsse über das Motiv. (APA)