Jakarta/Palangkaraya - Nach dem Besuch des indonesischen Präsidenten Abdurrahman Wahid auf der Insel Borneo sind fünf Menschen bei blutigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Ureinwohnern und Sicherheitskräften getötet worden. Vier Ureinwohner vom Volk der Dayak wurden am Freitag nach Polizeiangaben in der Provinzhauptstadt Palangkaraya erschossen. Die Beamten feuerten in die Menge, um Hunderte von Demonstranten auseinander zu treiben. Ein Polizist wurde daraufhin von wütenden Dayak gelyncht. Die Dayak demonstrierten gegen die Pläne der Regierung in Jakarta, maduresische Flüchtlinge wieder nach Borneo zurückzuschicken. In den vergangenen Wochen waren rund 50.000 Zuwanderer von der Insel Madura vor Massakern der Dayak von Borneo geflohen, fast 500 fielen der Menschenjagd zum Opfer. In Palangkaraya brannten Dayak auch am Freitag wieder Häuser von Maduresen nieder, wie die Nachrichtenagentur Antara berichtete. Wahid hatte zuvor die Hafenstadt Sampit besucht, wo die Dayak hunderte Maduresen enthauptet und ihre Häuser niedergebrannt hatten. Der Präsident will den Ureinwohnern nach Angaben seines Büros weitreichende Zugeständnisse machen. Das ehemalige Kopfjäger-Volk soll unter anderem verlorene "heilige" Ländereien zurückerhalten. Dayak setzten Polizeiposten in Brand Am Freitag sind hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten in der Provinzhauptstadt Palangkaraya gegen das gewaltsame Vorgehen der Polizei während einer Demonstration vom Vortag, bei der mindestens fünf Menschen getötet wurden. In Jakarta rief der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid zur Ruhe auf. In der Unruheprovinz Zentral-Kalimantan steckten am Freitag aufgebrachte Ureinwohner des Dayak-Volkes mehrere Polizeiposten in Brand. Am Donnerstag war es zu den blutigen Zusammenstößen zwischen mehreren hundert Dayak und Polizisten gekommen, nachdem sich Wahid für eine Rückkehr der rund 70.000 geflüchteten Zuwanderern von der Insel Madura ausgesprochen hatte. Die Maduresen waren infolge der Übergriffe durch die Ureinwohner geflohen, die am 18. Februar begonnen hatten und annähernd 500 Menschen das Leben kosteten. Zwischen den Dayak, einem ehemaligen Kopfjäger-Volk, und den maduresischen Zuwanderern herrschen seit Jahren Spannungen, die sich immer wieder gewaltsam entladen. Dabei sind bisher mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen. Während der Herrschaft des Diktators Suharto waren mehrere hunderttausend Menschen aus übervölkerten Teilen Indonesiens in andere Regionen umgesiedelt worden. (APA/AP/dpa)