Wien - Schwere Zeiten für Bildung und Weiterbildung ortet die Arbeiterkammer (AK). 6.000 Jugendliche würden heuer keinen Platz in den Berufsbildenden Schulen bekommen, "weil die Regierung das Bildungsbudget für 2002 einfach einfriert", so AK-Chef Herbert Tumpel in einer Aussendung am Freitag. Außerdem würde sich dadurch ab Herbst ein Einsparungsbedarf von 7.000 Lehrerjobs ergeben. Der Andrang von SchülerInnen gerade in Schulen mit IT-Ausbildungen werde ohne Budgetaufstockung nicht bewältigt werden können, so der AK-Präsident. Die Regierung opfere wichtige Zukunftschancen dem Nulldefizit. Dies gelte auch für die Erwachsenenbildung. Bereits 2001 seien die Mittel zur Förderung dieses Bereiches um 15 Prozent auf 111 Millionen Schilling gekürzt worden. Diese Kürzung werde fortgeschrieben - obwohl die Preise für berufliche Weiterbildung in den letzten zwölf Jahren um das Dreifache gestiegen seien. Damit könnten dringend nötige Impulse nicht gesetzt werden. Tumpel fordert daher Nachbesserungen: Der Ausbau von berufsbildenden Schulen sei notwendig - gerade im Bereich Informationstechnologien (IT). Die Schulen mit IT-Ausbildungen hätten jetzt schon doppelt so viele Bewerber wie Plätze. Ebenso überfällig seien der Ausbau von Kollegs für IT-Ausbildungen, die Einrichtung von IT-Werkmeisterschulen des Bundes, die Einführung des Pflichtfachs EDV in den Berufsschulen und ein beschleunigter Ausbau der Fachhochschulen. Die Fachhochschulen müssten derzeit zwei Drittel der BewerberInnen um einen Studienplatz abweisen. (APA)