Klagenfurt - Landeshauptmann Jörg Haider (FP) hat sich bei seiner Parteikollegin Infrastrukturministerin Monika Forstinger durchgesetzt. An der Eisenbahnkreuzung Wächterstraße im Osten von Klagenfurt wurde am Freitag der "Startschuss" für das "Jahrhundertprojekt" Koralmbahn gegeben. "Jetzt ist die Garantie gegeben, dass Kärnten und die Steiermark nicht ins verkehrspolitische Abseits geraten", kommentierte Jörg Haider den Spatenstich. Und zwar zunächst für das 14,2 Kilometer lange Teilstück zwischen der Kärntner Landeshauptstadt und Althofen/ Drau. Die Kosten sind mit 1,6 Milliarden Schilling (116 Mio. ) veranschlagt, die Bauzeit soll drei Jahre betragen. Auch ein Ausbau des Klagenfurter Hauptbahnhofes ist geplant.

Die Veranstaltung wurde von einer Demonstration begleitet: Bewohner der Orte Peratschitzen und St. Kantzian forderten auf Transparenten und in einer Petition die Untertunnelung der Trasse im Bereich des Klopeiner Sees. Haider und Verkehrsreferent Mathias Reichhold (FP) sicherten Gespräche zu.

Die Trasse zwischen Klagenfurt und Althofen orientiert sich weitgehend an der k.u.k-Bahn, die es seit 1860 zwischen Klagenfurt und Lavamünd gibt. In der Projektierung waren nur kleine Änderungen erforderlich. Bis zur Fertigstellung des rund 32 Kilometer langen Koralmtunnels zwischen St. Andrä im Lavanttal und Deutschlandsberg wird die eingleisige Strecke beibehalten.

Für den Gesamtausbau der insgesamt 130 km langen Koralmbahn sind rund 30 Milliarden Schilling (218 Mio. ) vorgesehen, fertiggestellt soll die neue Südverbindung im Jahr 2015 sein. Dann kann man in rund einer Stunde von Klagenfurt nach Graz fahren. Experten meinen, dass die Koralmbahn nur gemeinsam mit dem Semmering-Basistunnel einen Sinn ergebe. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.3.2001)