Fort Lauderdale/Florida - Ein 14-jähriger Bub hat am Freitag in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida eine lebenslange Haftstrafe bekommen, weil er im Alter von zwölf Jahren beim Nachspielen von Profi-Wrestler-Tricks ein sechsjähriges Mädchen getötet hat. Der zuständige Richter lehnte eine erneute Verhandlung oder eine Umwandlung des vorausgegangenen Schuldspruchs ab. Nach dem Urteil hat der "Ringer" Lionel T. keine Chance, wegen guter Führung früher entlassen zu werden. Nur noch der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, könnte ihn begnadigen. Eine Geschworenen-Jury hatte den Burschen am 25. Jänner wegen Mordes schuldig gesprochen. Das Gesetz in Florida schreibt für solche Fälle lebenslange Haft vor. Die Verteidigung hatte den Richter jedoch gebeten, den Schuldspruch auf Totschlag oder fahrlässige Tötung abzumildern, weil der 14-Jährige sich beim Ausprobieren seiner "Tricks" an der sechsjährigen Tiffany Eunick über deren Gefahr nicht bewusst gewesen sei. Das hätte eine geringere Haftstrafe ermöglicht. Der Richter lehnte jedoch alle Vorschläge kategorisch ab. Der Richter nannte das Verbrechen "kaltblütig, kalkuliert und unbeschreiblich grausam". Eine Autopsie hatte bei dem Mädchen einen Schädelbruch, einen Leberriss, Rippenbrüche und innere Blutungen festgestellt. Der Bursch hatte behauptet, das Mädchen beim Hochheben versehentlich gegen einen Tisch gestoßen zu haben. In einer anderen Befragung sprach er davon, er habe die Sechsjährige gegen ein Treppengeländer und eine Wand gestoßen, als er versuchte habe, sie auf ein Sofa zu werfen. Ein Sachverständiger hielt diese Schilderungen für unglaubwürdig, weil sie nicht alle Verletzungen des Mädchens verursacht hätten können. (APA/dpa/Reuters)