Washington - Die USA lehnen ein Verbot von Landminen auch weiterhin ab. US-Außenminister Colin Powell bekräftigte am Freitag (Ortszeit), Washington wolle das Anti-Minen-Abkommen von Ottawa vorerst nicht unterzeichnen. Die jordanische Königin Nur, Witwe von König Hussein, hatte Powell zuvor zu einem solchen Schritt gedrängt. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums sagte, die Regierung betrachte Antipersonen-Minen als wichtigen Beitrag zur "nationalen Sicherheit". Die Herstellung und der Einsatz der Sprengkörper dienten dem Schutz amerikanischer Truppen in der ganzen Welt. Die USA arbeiteten aber an "alternativen Lösungen" und sprächen sich für eine Einschränkung des Minen-Gebrauchs ein. Nach Angaben des Sprechers sind die USA "weltweit führend" bei der Beseitigung von Minen und hätten für entsprechende Maßnahmen in 37 Ländern in den vergangenen acht Jahren 500 Millionen Dollar (534 Mill. Euro/7,35 Mrd. S) aufgewendet. Das Anti-Minen-Abkommen von Ottawa, das am 1. März 1999 in Kraft trat, verbietet die Herstellung, den Einsatz, die Lagerung und die Weitergabe von Antipersonen-Minen. Es wurde von 133 Staaten unterzeichnet und bisher von 111 Ländern ratifiziert. Zu den Nicht-Unterzeichner-Staaten gehören neben den USA auch der Irak, der Iran, Russland, China, Indien und Pakistan.(APA/AFP)