Die Mediengruppe WAZ erwägt nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag den Ausstieg aus der RTL Group, die den Sender RTL und andere Fernseh- und Radiostationen betreibt. "Wir überlegen, uns von diesem Engagement zu lösen", bestätigte der geschäftsführende WAZ-Gesellschafter Erich Schumann in einem SZ-Gespräch. Schumann bezifferte den Wert des WAZ-Anteils an der RTL-Group auf bis zu drei Milliarden DM (1,53 Mrd. Euro/21,1 Mrd. S). Die in Essen ansässige Mediengruppe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) ist danach mit 7,4 Prozent an Europas führender Radio- und Fernsehgruppe beteiligt. Hauptgesellschafter der RTL-Group ist der Medienkonzern Bertelsmann, der dem Vernehmen nach Interesse hat, den WAZ-Anteil zu erwerben. Bertelsmann hat erst kürzlich durch ein Tauschgeschäft mit der belgischen Finanzholding Groupe Bruxelles Lambert die Mehrheit an der Radio- und Fernsehgruppe übernommen. Die Überlegungen der WAZ, aus der RTL Group auszusteigen, seien offenbar auch eine Reaktion auf die neuen Verhältnisse bei der Radio- und Fernsehgruppe, berichtet die SZ. Es gebe aber keinerlei Spannungen mit Bertelsmann, sagte Schumann. "Wir arbeiten ohne Probleme zusammen. Wir brauchen derzeit auch kein Geld für neue Vorhaben, aber wir denken eben darüber nach, was wir jetzt mit unserem Anteil an der RTL Group machen." (APA/dpa)