Washington - Der neue israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat Palästinenser-Präsident Yasser Arafat die Schuld gegeben, dass der Aufstand in den besetzten Gebieten anhält. Im Nachrichtenprogramm des amerikanischen Fernsehsender Fox sagte er am Sonntag, die Palästinenser-Polizei und sogar Arafats Leibwache seien an den "terroristischen Handlungen" im Westjordanland und im Gaza-Streifen beteiligt. Sharon wiederholte, seine Regierung werden nicht "unter Beschuss" mit den Palästinensern über den endgültigen Status der besetzten Gebiete einschließlich Ostjerusalems verhandeln. Der Aufstand brach Ende September aus, als der damalige Oppositionsführer Sharon den Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt besuchte und damit den Anspruch Israels auf ganz Jerusalem als Hauptstadt unterstrich. Die Palästinenser hingegen verlangen die Räumung des historischen Ostteils der Stadt, um dort Regierung und Parlament eines eigenen Staates ihren Sitz zu geben. Die Altstadt ist wie der Rest des Westjordanlandes und der Gaza-Streifen seit 1967 in israelischer Hand. Sharon sagte, letztendlich werde es einen Ausweg aus der gegenwärtigen "sehr komplizierten Lage" geben; denn Israel sei zum Frieden entschlossen. In zwei Zwischenabkommen haben sich Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) Arafats als Verhandlungspartner anerkannt und Schlussabkommen soll den Palästinensern einen eigenen Staat geben. Offen ist, ob die Jerusalemer Altstadt und wie viel von den übrigen besetzten Gebieten dazu gehören werden. (APA/Reuters)