Der Premiere-World -Decoder "d-Box" der Kirch-Gruppe steht nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins " Focus " in seiner derzeitigen Form vor dem Aus. Wie das Nachrichtenmagazin aus seiner jüngsten Ausgabe vorab berichtet, müssen nach einem Richtlinien-Entwurf der EU Digital-Receiver, die von Januar 2002 an verkauft werden sollen, eine Schnittstelle für unterschiedliche Entschlüsselungssysteme besitzen. Der Pay-TV-Decoder aus dem Hause Kirch arbeite aber mit dem Verschlüsselungssystem Betacrypt und sperrt andere Codierungstechniken aus. Bei der Kirch Gruppe war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Europäische Parlament habe den Richtlinien-Entwurf in erster Lesung bereits angenommen. Sobald die Entscheidung in nationales Recht ungesetzt sei, dürfe die jetzige d-Box nicht mehr angeboten werden, hieß es im Bericht weiter. (Reuters) ORF verweist auf EU-Stellungnahme Kolportierte Pläne der EU-Kommission, für die Entschlüsselung von digitalen TV-Signalen ein so genanntes "common interface" vorzuschreiben, werden im ORF gelassen beobachtet. ORF-Generalintendant Gerhard Weis verwies im Gespräch mit der APA auf ein Notifikationsverfahren der EU, das diese Technologie als richtlinienkonform bestätigt habe. Das digitale Programmangebot des ORF wird in Österreich mit der d-box aus dem Hause Kirch entschlüsselt. Kritiker der d-box sehen durch das von der Kirch-Gruppe benutzte Verschlüsselungssystem Betacrypt eine Beschränkung des Marktzugangs für Mitbewerber sowie eine Einschränkung der Wahlfreiheit des Konsumenten. Eine Alternative zu Betacrypt ist das Multicrypt-Verfahren. Laut dem deutschen Nachrichtenmagazin "Fokus" soll nun der EU-Richtlinienentwurf vorschreiben, dass Digital-Receiver, die ab Jänner 2002 verkauft werden, eine Schnittstelle für unterschiedliche Entschlüsselungssysteme besitzen müssen. Er könne das "nicht so recht glauben", meinte Weis dazu. Er sieht diese Meldung auch im Zusammenhang mit den harten Verhandlungen der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mit der Kirch-Gruppe um die Fußball-WM-Rechte. Er vermute, "dass da einige Lobbyisten zugeschlagen haben. "Aber - fix ist fix. Wenn die EU eine andere Richtlinie erlassen sollte, die von ihrer bisherigen abweicht, dann wird sie schon ihre Gründe haben und ihre Gründe aber auch auf den Tisch legen müssen. Dann wird sie auch sagen müssen, wer für die Kosten der allfälligen Umstellungen aufzukommen hätte." (APA)