Auch zehn Jahre nach dem Startschuss des für jedermann kostenlos zugänglichen Betriebssystems Linux scheint für die Weiterentwicklung der Windows-Alternative keine Grenze gesetzt zu sein. Immer mehr Konzerne setzen inzwischen statt auf den dominierenden Windows- Standard des US-Software-Giganten Microsoft auf Linux, das zahllose Programmierer in ihrer Freizeit entwickelt haben. IBM investiert Milliarden So hatte der US-Konzern IBM im vergangenen Jahr mit der Ankündigung Aufsehen erregt, eine Milliarde Dollar in die Linux-Entwicklung investieren zu wollen. Auf der CeBIT 2001 in Hannover will IBM nun zeigen, dass das Programm mit dem Pinguin als Markenzeichen in allen Systemen einsetzbar ist - vom Großrechner bis zum Taschencomputer. Linus für Open Source Der finnische Student Linus Torvalds hatte im Jahr 1991 aus Ärger über die Unzulänglichkeiten der Computer an seiner Universität in Helsinki kurzerhand sein eigenes Betriebssystem kreiert und jederman dazu aufgefordert, es weiter zu entwickeln. Hierfür hatte er den Quellcode, den normalerweise streng geschützten "Bauplan" eines Programmes, kostenlos weitergegeben. So ist es noch immer jedem Interessierten möglich, Linux zu verändern, zu ergänzen und die Fehler anderer Programmierer zu beheben. Kopfzerbrechen bei den kommerziellen Softwarehäusern Das Prinzip, den Quellcode einer Software frei und kostenlos zugänglich zu machen, ist allgemein unter den Namen "Open Source" bekannt und könnte kommerziellen Softwarehäusern in Zukunft einiges Kopfzerbrechen bereiten. Schließlich ist es auch eines der unverhohlenen Ziele der Open-Source-Bewegung, die Vormacht des Microsoft-Betriebssystems Windows zu brechen. Zumindest im Bereich der Geschäftskunden nähert sich Linux diesem Ziel: Einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge ist Linux das dritte Jahr in Folge das am schnellsten wachsende Server-Betriebssystem mit einem Marktanteil von 27 Prozent im Jahr 2000. 2002 - Das Ende für Microsoft? Bis Ende 2002 werde Linux den Konkurrenten Microsoft im Bereich der Großrechner sogar überholen, hieß es in der Studie. Bei den Privatkunden hat Linux einer Erhebung von 1999 zufolge jedoch lediglich einen Anteil von knapp vier Prozent. Linux in der Armbanduhr Für alle Linux-Begeisterten gehört auf der CeBIT ein Besuch bei IBM zum Pflichtprogramm. Der Computer-Riese will in Halle 1, Stand 4G2/5D2, eine unter Linux betriebene Armbanduhr mit integriertem Terminkalender und Bildübertragungsfunktion vorstellen und damit demonstrieren, wie flexibel das Betriebssystem eingesetzt werden kann. Ein weiteres Highlight ist nach Aussage von Oliver Diedrich, Redakteur bei der Computerzeitschrift " c't ", die Linux-Software für digitales Fernsehen der Firma Convergence in Halle 6, Stand F 20. Die Software verwandele einen Linux-PC in einen persönlichen Videorekorder, der gleichzeitig mehrere Sendungen aufzeichnen und sogar Werbepausen ausblenden könne. Linux-Tag am 24. März Einen umfassenden Überblick über die Grundlagen freier Software und den derzeitigen Stand des Open-Source-Projekts wird der "Linux-Tag" am 24. März auf dem Rheinland-Pfalz Stand in Halle 16 am Stand B43 vermitteln. (Reuters/Peter Maushagen)